Kroatien

Ustascha-Gesänge lassen die Regierung beben: Liberale HSLS droht mit Wechsel in die Opposition

Seit Monaten übt sich Kroatiens Rechtsregierung im Schulterschluss mit dem wegen des faschistischen Ustascha-Grußes umstrittenen Rechtsrocker Thompson. Der Ustascha-Gesang eines Ex-Ministers bringt nun ihre Mehrheit ins Wanken: Die liberale HSLS hat genug – und droht mit dem Koalitionsbruch.

Kroatischer Regierungschef Andrej Plenkovic und konservative HDZ bei umstrittener Ustascha-Demonstration in Kroatien

Auch die konservative HDZ des kroatischen Regierungschefs Andrej Plenkovic beteiligt sich an der „Ustascherei“ Foto: Nicolas Tucat/AFP

Immer wenn durch Kroatiens Webwelten Filmaufnahmen der prominentesten Skandalnudel im Regierungslager flimmern, gerät Premier Andrej Plenkovic (HDZ) ins Schwitzen. Vor Jahresfrist hatte sich Josip Dabro, der amtierende Generalsekretär der nationalistischen DP, mit dem Video einer Autofahrt selbst aus dem nur acht Monate gehaltenen Amt als Landwirtschaftsminister geballert: Einen Gassenhauer trällernd feuerte der Würdenträger mit einer automatischen Pistole vom Beifahrersitz ausgelassen in die Dunkelheit.

Seit dem Wochenende kursiert erneut ein Video des 43-jährigen Kickboxers, das die Regierungsmehrheit zumindest ins Wanken bringt: Launig besingt der DP-Generalsekretär begleitet von Musikern mit schwarzen Ustascha-Kappen bei einem Straßenfest im Dorf Komletinci das „goldene Grab des Führers aller Kroaten“ in Madrid: Die spanische Grabstätte von Kroatiens Ex-Diktator Ante Pavlevic (1889-1959) gilt bis heute als Wallfahrtsort von späten Sympathisanten seiner faschistischen Ustascha-Bewegung während des Zweiten Weltkriegs.

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