Gipfeltreffen
Ukraine erhält zu gegebenem Zeitpunkt Einladung für NATO-Beitritt
Verzweifelt versucht die Ukraine in die NATO zu kommen. Beim Gipfel in Vilnius macht Gastgeber Litauen gehörig Druck in diese Richtung. Die unmittelbare Einladung der NATO zum Beitritt lässt zwar auf sich warten, doch das Bündnis lässt sich ein anderes Signal einfallen.
(V.l.) NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Polens Präsident Andrzej Duda, US-Präsident Joe Biden, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, Portugals Premierminister Antonio Costa und der britische Premier Rishi Sunak Foto: Andrew Caballero-Reynolds/Pool AFP/AP/dpa
Auf den Außentischen der Restaurants in der Fußgängerzone stehen NATO- und Ukraine-Flaggen, auf Transparenten wird die Ukraine als 33. Mitglied der NATO begrüßt und auf den Bussen mahnen großformatige Aufdrucke: „Während Sie auf diesen Bus warten, wartet die Ukraine auf F-16-Kampfjets.“ Dazu die bildliche Anmutung von „Strandpartys auf der Krim“. Szenen, die in einer westeuropäischen Stadt denkbar wären? Vermutlich nicht einmal im Ansatz. In Vilnius sind sie in diesen Tagen Realität. Sie machen die besondere Stimmung des NATO-Gipfels an der Ostflanke des Bündnisses aus. Und die versucht Gastgeber Litauen auch in die Gipfelberatungen hineinzubringen. Auf dem Weg zum Kongresszentrum kommen die Teilnehmer an Dutzenden von Informationen vorbei, nach denen 89 Prozent der Litauer die Ukraine zum NATO-Mitglied machen wollten.