Vergewaltigungen als Kriegswaffe
Überlebende Frauen des Bosnienkriegs leiden auch nach drei Jahrzehnten noch
Kriege werden fast immer von Männern angezettelt – und geführt. Doch oft sind es vor allem Frauen, die militärische Konflikte am härtesten treffen: Mehr als drei Jahrzehnte nach Beginn des Bosnienkriegs machen die Folgen von Kriegsvergewaltigungen den überlebenden Frauen noch immer zu schaffen.
Trauer in Tuzla: Nicht nur haben viele Frauen ihre Männer und Söhne im Krieg verloren, oftmals wurden auch sie Opfer einer rücksichtslosen Soldateska Foto: imago/Pixsell
Den Schreckenstag, an dem der Krieg sie vor 30 Jahren in ihrem eigenen Haus ereilte, wird Adina nie vergessen. „Ich war kein behütetes Mädchen, keine schwache Frau. Ich hatte einen Job, zwei Kinder, stand mit beiden Beinen fest im Leben“, erzählt die heute 60-Jährige im Sitzungssaal von „Medica Zenica“, einem auf die Behandlung von kriegstraumatisierten Frauen spezialisierten Zentrum im bosnischen Zenica: „Aber ich hätte mir nie vorstellen können, dass Menschen anderen Menschen so etwas antun können. Und wie dies das eigene Selbstbewusstsein zerstören kann.“