Wirtschaft
US-Notenbank lässt Leitzins auch unter neuem Fed-Chef unverändert
Die US-Notenbank erwartet weiter eine hohe Inflation und vermindertes Wirtschaftswachstum.
22.5.2026, USA, Washington: Kevin Warsh hört im East Room des Weißen Hauses der Rede von US-Präsident Trump zu, bevor er als Vorsitzender der Federal Reserve vereidigt wird Archivbild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Der maßgebliche US-Leitzinssatz bleibt in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nach ihrer ersten Sitzung unter dem neuen Vorstand Kevin Warsh mitteilte. Präsident Donald Trump hatte seinen Gefolgsmann Warsh in der Erwartung nominiert, dass dieser den Leitzins deutlich senkt und damit Kredite verbilligt.
Dem kam die Fed jedoch nicht nach. Die Entscheidung der zwölf zuständigen Notenbankmitglieder für einen stabilen Leitzins fiel einstimmig, wie es in der Erklärung hieß – das war seit rund einem Jahr nicht mehr vorgekommen.
Warsh wollte im Anschluss vor die Presse treten. Der 56-Jährige hatte Ende Mai die Nachfolge des langjährigen Fed-Chefs Jerome Powell angetreten. Trump hatte Powell immer wieder beschimpft, weil er sich nicht für die gewünschte Absenkung des Leitzinses einsetze.
Stärkere Inflation bei schwächerem Wachstum
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) rechnet für das laufende Jahr mit einer deutlich höheren Inflation als bislang. Für 2026 erwartet die Zentralbank mittlerweile eine Teuerungsrate von 3,6 Prozent – noch im März, kurz nach dem Beginn des Iran-Kriegs, waren die Experten von 2,7 Prozent ausgegangen. Die Inflation dürfte im kommenden Jahr auf 2,3 Prozent abflauen, was 0,1 Prozentpunkte mehr wäre als bislang.
Unterdessen dürfte die US-Wirtschaft mit 2,2 Prozent in diesem Jahr schwächer wachsen als erwartet. Bislang erwartete die Fed ein Plus von 2,4 Prozent. Die Konjunkturerwartungen für das kommende Jahr bleiben bei 2,3 Prozent.