Iran-Krieg

Trump vertagt Angriffspläne auf iranische Kraftwerke – Teheran dementiert Gespräche mit den USA

US-Präsident Donald Trump setzt geplante Angriffe im Iran-Krieg vorerst aus und verweist auf Fortschritte in Gesprächen. Teheran widerspricht.

Israelischer Luftangriff auf südliche Vororte von Beirut mit Rauch und zerstörten Gebäuden im Hintergrund

Ein israelischer Luftangriff auf ein Gebiet in den südlichen Vororten von Beirut Foto: Ibrahim Amro/AFP

US-Präsident Donald Trump hat im Iran-Krieg eine erneute Kehrtwende hingelegt: Kurz vor Ablauf eines Ultimatums an den Iran vertagte Trump Pläne für US-Angriffe auf iranische Kraftwerke am Montag für fünf Tage. In neuen Verhandlungen mit Teheran hätten sich „wesentliche Übereinstimmungen“ ergeben, sagte der US-Präsident. Obwohl Vertreter der iranischen Führung Gespräche mit den USA dementierten, sank der Ölpreis deutlich. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte derweil eine Fortsetzung der Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon an.

Trump hatte am Samstag mit Angriffen auf iranische Energieanlagen gedroht, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht bis Dienstag um 01.44 Uhr MEZ wieder für den Schiffsverkehr freigeben. Das iranische Militär drohte im Falle von US-Angriffen auf Kraftwerke im Iran mit einer langfristigen Blockade der Meerenge, durch die rund ein Fünftel des des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Am Montag schrieb Trump dann in seinem Onlinedienst Truth Social, er habe das US-“Kriegsministerium“ angewiesen, alle „militärischen Angriffe gegen iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für einen Zeitraum von fünf Tagen auszusetzen, sofern die andauernden Gespräche erfolgreich verlaufen“. Die Verhandlungen hätten am Wochenende begonnen und sollten diese Woche fortgesetzt werden.

Ölpreis sackte nach Trumps Online-Post

Die Iraner wollten „einen Deal machen, und wir sind sehr bereit dazu“, sagte Trump vor Journalisten in Palm Beach im Bundesstaat Florida weiter. Zur Bedingung machte Trump, dass der Iran sein Atomprogramm sowie sein angereichertes Uran aufgibt. Die USA würden sich dann das Uran holen. Wie das geschehen könnte, erklärte er nicht. Sollten die Gespräche jedoch kein Ergebnis bringen, würden die USA „einfach weiter bombardieren, was das Zeug hält“.

Trump sagte weiter, die USA verhandelten mit einer „Top-Person“ im Iran. Dabei handele es sich jedoch nicht um den obersten Führer der Islamischen Republik, Modschtaba Chamenei. Die Gespräche würden mit einem Mann geführt, „von dem ich glaube, dass er der angesehenste und der Führer ist“, sagte der US-Präsident, ohne Namen zu nennen. Es werde eine „sehr ernsthafte Form eines Regimewechsels“ geben, fügte er hinzu.

Die Märkte reagierten umgehend: Der Ölpreis sackte nach Trumps Online-Post gegen Montagmittag um mehr als zehn Prozent ab.

Führung in Teheran weist Trumps Angaben zurück

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einer „sehr erfreulichen Entwicklung“. Jegliche Angriffe auf die Infrastruktur würden „Chaos in der Region“ verursachen und den Krieg „noch weiter eskalieren“.

Die Führung in Teheran wies Trumps Angaben zu Gesprächen zwischen beiden Ländern zurück. Es gebe „keine Verhandlungen“ mit den USA, erklärte der einflussreiche iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Es würden „Falschmeldungen genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel gefangen sind.“

Auch das iranische Außenministerium bestritt, dass es seit Kriegsbeginn Verhandlungen mit den USA gab. In den vergangenen Tagen habe der Iran jedoch Nachrichten über „befreundete Länder“ erhalten, die auf eine Bitte der USA um Verhandlungen zur Beendigung des Krieges hindeuteten, sagte ein Außenamtssprecher der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Die Straße von Hormus wird seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge kam daher nahezu zum Erliegen. Die Blockade sowie iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe schnellen.

Netanjahu: Greifen weiter an

Israelis Regierungschef Netanjahu kündigte derweil eine Fortsetzung der Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon an. Er habe am Montag mit Trump telefoniert, sagte Netanjahu. Trump sei der Ansicht, dass es eine Chance gebe, die „enormen Erfolge“ der israelischen und US-Armee zu nutzen, „um die Kriegsziele in einem Abkommen zu verwirklichen“. Ein solches Abkommen werde „unsere vitalen Interessen sichern“.

„Gleichzeitig setzen wir unsere Angriffe sowohl im Iran als auch im Libanon fort“, betonte Netanjahu. Israel werde seine Interessen „unter allen Umständen“ verteidigen.

3 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 24.03.202610:22 Uhr

Der alte Kriegshetzer , und Kriegsverbrecher Nethanjahu will also weitermachen wie bisher, da müsste Trump den mal kräftig ausbremsen wen er glaubhaft verhandeln will...denn Iran wird nicht klein beigeben!

Luxmann 24.03.202609:58 Uhr

Was hinter den kulissen so laeuft ist schwer durchschaubar.
Es waere allerdings logisch,dass der Iran null vertrauen in Trump und schwiegersohn Kushner hat,welche sie schon mehrmals bei verhandlungen hintergangen haben.
Besonders Jared ist ja ein kumpel von Netanyahu und dem saudi kronprinzen MBS und taugt absolut nicht als vermittler.

Fraulein Smilla 24.03.202609:06 Uhr

Nach Trump , sollen die USA und der Iran gemeinsam die Strasse von Hormus kontrollieren . Ich fuerchte , mir wird die Welt so langsam zu kompliziert .

Das könnte Sie auch interessieren

Argentinien

50 Jahre nach dem Militärputsch will Milei die Argentinier das Vergessen lehren

Energiekrise in Europa

Spaniens Regierungschef Sánchez senkt Steuern auf Sprit, Strom und Gas

Parlamentswahlen in Ungarn

Orban erhält Wahlhilfe von Europas rechten Politstars