Details zu den Verhandlungen

Trump und Grönland: 75 Jahre alter Vertrag spielt offenbar Schlüsselrolle

Ein 75 Jahre alter Vertrag zwischen den USA und Dänemark spielt offenbar eine Schlüsselrolle in der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Grundsatzeinigung mit der Nato über Grönland.

US-Präsident Donald Trump schüttelt Hand mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Oval Office, Washington, Juli 2025

USA, Washington: US-Präsident Donald Trump schüttelt die Hand von NATO-Generalsekretär Mark Rutte während eines Treffens im Oval Office des Weißen Hauses (Archivbild, Juli 2025) Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Der Grönlandvertrag von 1951 solle neu ausgehandelt werden, verlautete am Donnerstag aus Delegationskreisen beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Der Vertrag gibt den USA weitgehende Möglichkeiten, ihre Militärpräsenz auf der Arktis-Insel auszubauen - allerdings im Rahmen der Nato und in Absprache mit Dänemark und Grönland.

Wie sind die USA auf Grönland militärisch aufgestellt?

Die USA unterhalten den Militärstützpunkt Pituffik im Nordwesten Grönlands mit derzeit rund 200 Soldatinnen und Soldaten. Er wurde 1951 eingerichtet und untersteht seit 2020 dem Kommando der US Space Force, das für die Weltraumüberwachung zuständig ist. Die Anlage in Pituffik ist wichtig für die US-Raketenabwehr, denn sie liegt auf der kürzesten Flugbahn zwischen Russland und den Vereinigten Staaten.

Was ist die rechtliche Grundlage?

Ein fast 75 Jahre altes Abkommen aus dem Kalten Krieg: Die USA schlossen den Vertrag mit dem Titel „Verteidigung Grönlands“ am 27. April 1951 mit Dänemark, zu dem das autonome Gebiet in der Arktis völkerrechtlich gehört. Im Jahr 2004 wurde der Vertrag aktualisiert und hat bis heute Bestand. Die Präambel hält fest, dass die Abmachung „zum Nutzen der Nordatlantikvertrags-Organisation“ (Nato) gedacht ist, die 1949 gegründet worden war.

Was sieht das Abkommen vor?

Laut Artikel 2 berechtigt es die USA, das Gebiet Grönlands „für militärische Zwecke“ zu nutzen. Dies umfasst etwa den Bau und Betrieb von Militäranlagen, die Stationierung und Unterbringung von Soldaten und Zivilisten. Das Abkommen gibt Washington zudem Kontrolle über „den Betrieb von Schiffen, Flugzeugen sowie Wasserfahrzeugen“ - allerdings „unter gebührender Achtung der Zuständigkeiten der Regierung des Königreichs Dänemark“.

Wie nutzten die USA die Abmachung historisch?

Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs hatten die Vereinigten Staaten bis zu 10.000 Soldaten auf ihrem Stützpunkt in Grönland stationiert. Später reduzierten sie die Zahl ihrer Kräfte wieder deutlich.

Könnte Trump die US-Militärpräsenz wieder erhöhen?

Ja, sagte Marc Jacobsen vom Royal Danish Defence College. „Das ist bereits im Rahmen des geltenden Abkommens möglich.“ In dem 2004 ergänzte Abkommen heißt es dazu, dass die US-Regierung die dänische und die grönländische Regierung „vor der Umsetzung wesentlicher Änderungen an militärischen Operationen oder Einrichtungen der Vereinigten Staaten in Grönland konsultieren und informieren“ soll.

Wie könnte das Abkommen überarbeitet werden?

Nach Angaben einer Nato-Sprecherin wollen die USA, Dänemark und Grönland darüber verhandeln, wie sich verhindern lässt, dass Russland und China auf der Arktisinsel „Fuß fassen“. Trump hatte in dem Konflikt argumentiert: „Wenn wir Grönland nicht nehmen, werden es Russland oder China tun, und das werde ich nicht zulassen.“

Welche Rolle spielen die Europäer?

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Delegationskreisen in Davos erfuhr, sollen in Zukunft europäische Staaten eine größere sicherheitspolitische Rolle in der Arktis spielen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte dazu, die „Sicherung des hohen Nordens“ durch die Nato sei „ein gemeinsames transatlantisches Interesse“. Die europäischen Nato-Mitglieder müssten in der Arktis „mehr tun“.

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