USA

Trump schlägt Warsh als neuen FED-Chef vor

US-Präsident Donald Trump hat mit Kevin Warsh einen engen Gefolgsmann für den Posten des obersten Notenbankers der USA vorgeschlagen.

Kevin Warsh vorgestellt von US-Präsident Donald Trump als möglicher Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell

Kevin Warsh wurde von US-Präsident Donald Trump als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen Foto: Will Oliver/EPA/dpa

Trumps Erwartungen sind klar: Die Zinsen sollen runter. Dabei galt Warsh in seiner Zeit im Zentralbankrat zu Zeiten der Finanzkrise als Falke – also als Verfechter hoher Zinsen, um die Preise stabil zu halten.

Warsh arbeitete als Banker bei der Investmentbank Morgan Stanley, bevor Präsident George W. Bush den damals Anfang 30-Jährigen zum wirtschaftlichen Berater ernannte. 2006 wurde Warsh mit 35 Jahren als jüngstes Mitglied jemals in den Gouverneursrat der Federal Reserve (Fed) berufen.

Den Posten hätte er bis 2018 behalten können. 2011 trat Warsh jedoch aus Protest gegen die lockere Geldpolitik der Fed zurück. Nach der Finanzkrise ab 2008 hielt die Notenbank die Zinsen lange sehr niedrig, um die wirtschaftliche Erholung mit einem einfachen Zugang zu Krediten zu beschleunigen.

Von seinen damaligen geldpolitischen Überzeugungen hat sich Warsh inzwischen distanziert. Zuletzt fiel er vor allem mit Lob für die Arbeit der US-Regierung und Kritik am aktuellen Kurs der Fed auf. Trump sorge für Wachstum, schrieb er im November in einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal. „Die Amerikaner würden von höheren Nettolöhnen und einer höheren Kaufkraft profitieren, wenn die Führungskräfte der Federal Reserve nur aufhören würden, ihre Fehler zu verteidigen, und anfangen würden, sie zu korrigieren.“

Trump übt seit Monaten mit Beleidigungen und Drohungen Druck auf den amtierenden Fed-Chef Jerome Powell aus, weil die Zentralbank die Zinsen nicht radikal senkt. Powell war 2018 von Trump in dessen erster Amtszeit ernannt worden, fiel jedoch rasch in Ungnade, weil er auf die Unabhängigkeit der Fed pochte und Trumps Forderungen nicht nachkam.

In Trumps zweiter Amtszeit verwies die Fed auf den lange stabilen Arbeitsmarkt und das Inflationsrisiko durch Trumps Zollpolitik, um die Zinsen hoch zu halten. Der Präsident bezeichnete Powell deshalb als „Schwachkopf“ und „Verlierer“ und drohte ihm mit der Entlassung. Bislang konnte er einen vorzeitigen Rückzug des Fed-Chefs von seinem Posten jedoch nicht erzwingen. Powells Mandat endet regulär am 15. Mai.

Um die Nachfolge anzutreten, muss Warshs Nominierung vom Senat bestätigt werden. (AFP)

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