US-Präsidentschaftswahl 2028

Trump für Duo-Kandidatur von Vance und Rubio

In einem Interview spricht der US-Präsident erstmals über seine möglichen Amtsnachfolger – und bestätigt hitzige Gespräche mit Israels Regierungschef Netanjahu.

Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance bei Privataudienz mit Papst Leo XIV im Vatikan Mai 2025

Außenminister Marco Rubio (l.) und Vizepräsident JD Vance während einer Privataudienz bei Papst Leo XIV. im Mai 2025 Foto: AFP

US-Präsident Donald Trump hat für die Präsidentschaftswahl 2028 eine gemeinsame Kandidatur von Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio ins Gespräch gebracht. „Ich mag beide. Ich mag sie gemeinsam“, sagte Trump in einem Podcast der Zeitung New York Post. Er fügte hinzu: „Ich weiß nicht, wie man sie schlagen könnte, wenn sie zusammen antreten.“

Trump sagte weiter, die beiden müssten sich auf eine gemeinsame Kandidatur noch einigen, aber „sie verstehen sich wirklich sehr gut“. Er legte sich nicht fest, wer von den beiden in diesem Fall als Präsidentschaftskandidat antreten solle und wer als Vize.

Laut US-Verfassung kann Trump nach seiner zweiten Amtszeit nicht ein weiteres Mal bei den Wahlen 2028 antreten. Er hatte zwar zwischenzeitlich gedroht, ein weiteres Mal kandidieren zu wollen – nach Einschätzung seines Umfelds wollte der bald 80-Jährige damit aber in erster Linie provozieren.

Rubio und Vance gelten als Rivalen um die Trump-Nachfolge. Beide hatten zuletzt ihre Freundschaft betont. Der 54-jährige Rubio deutete zudem an, er könnte dem 41-jährigen Vance den Vortritt lassen, wenn dieser Präsident werden wolle. Jüngsten Umfragen zufolge liegen Vance und Rubio in der Gunst republikanischer Wähler nahezu gleichauf.

Trump bestätigt Streit mit Netanjahu

In seinem Gespräch mit der New York Post bestätigte Trump auch Berichte über einen hitzigen Wortwechsel mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu angesichts dessen Libanon-Strategie. Trump räumte ein, dass er seinen engen Verbündeten in einem am Montag geführten Telefonat massiv beschimpft habe. Unter anderem soll er Netanjahu an den Kopf geworfen haben: „Du bist völlig verrückt. Du wärst im Gefängnis, wenn es mich nicht gäbe.“

Auf die Frage, ob er in diesem Ton mit Netanjahu gesprochen habe, antwortete der US-Präsident in dem New York Post-Interview: „Ja, das habe ich.“ Er sei „ein wenig verärgert“ darüber gewesen, dass sich Netanjahu „ständig mit dem Libanon anlegt“, führte Trump aus. „Ich habe ihm gesagt: ‚Bibi, wir müssen damit aufhören.‘“ Zugleich betonte Trump in dem Interview sein enges Verhältnis zu Netanjahu. Er habe „eine sehr gute Beziehung“ zu Israels Regierungschef, sagte der US-Präsident. „Wir arbeiten gut zusammen (...). Ich mag Bibi sehr.“ (AFP)

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