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Trump fordert „bedingungslose Kapitulation“ des Iran

US-Präsident Donald Trump hat eine „bedingungslose Kapitulation“ des Iran gefordert. „Es wird keine Einigung mit dem Iran geben, außer (bei) bedingungsloser Kapitulation!“, schrieb Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Iran hatte zuvor erneut verschiedene Ziele in der Golfregion angegriffen.

Israelische Luftangriffe auf Beirut, Libanon, Luftkrieg und Konflikt im Nahen Osten, zerstörte Gebäude und Rauchwolken

Auch die israelischen Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut gehen weiter Foto: AFP

Trump schrieb weiter, die USA und ihre Verbündeten würden nach einer Kapitulation der Islamischen Republik dazu beitragen, den Iran „vom Rand der Zerstörung zurückzuholen und ihn wirtschaftlich größer, besser und stärker zu machen als je zuvor“. Zur Bedingung machte er die Ernennung eines „großartigen und akzeptablen Führers“ oder mehrerer Führungsfiguren.

Am Donnerstag hatte Trump in Interviews erklärt, er wolle in die Entscheidung über einen Nachfolger für den getöteten iranischen Anführer Ayatollah Ali Chamenei eingebunden werden. Im Gespräch ist im Iran unter anderem Chameneis Sohn Modschtaba. Diesen lehnte der US-Präsident jedoch als „inakzeptabel“ und „Leichtgewicht“ ab.

Die gegenseitigen Angriffe von Israel und dem Iran sind am siebten Tag des Iran-Kriegs mit unverminderter Härte fortgesetzt worden: Der israelische Armeechef Ejal Samir kündigte die „nächste Phase“ der Kampfhandlungen an, während in Tel Aviv Explosionen infolge einer neuen iranischen Angriffswelle zu hören waren. Aus Kuwait, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien, Jordanien und dem Irak wurden ebenfalls iranische Angriffe gemeldet.

In verschiedenen Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran waren am Freitag laute Explosionen zu hören, wie AFP-Reporter berichteten. Die israelische Armee meldete später, den Bunker des getöteten obersten Führers des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, in Teheran getroffen zu haben. An dem Angriff seien 50 Kampfjets beteiligt gewesen. Chamenei sei am vergangenen Samstag getötet worden, bevor er die Schutzanlage hätte nutzen können, doch der Komplex sei weiter von hochrangigen Vertretern der iranischen Regierung genutzt worden, fügte die Armee hinzu.

Mehrere Länder wollen vermitteln

Auch die südiranische Stadt Schiras wurde iranischen Behördenangaben zufolge von US-israelischen Angriffen getroffen, bei denen mindestens 20 Menschen getötet worden seien. 30 weitere Menschen seien bei dem „Terroranschlag“ verletzt worden, sagte der stellvertretende Gouverneur der Provinz Fars, Dschalil Hasani.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor bekannt gegeben, Raketen und Drohnen in Richtung Tel Aviv abgefeuert zu haben. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten Explosionen über der israelischen Stadt.

Mehrere Länder hätten Vermittlungsbemühungen für ein Ende des Krieges aufgenommen, erklärte derweil der iranische Präsident Massud Peseschkian am Freitag. „Wir setzen uns für einen dauerhaften Frieden in der Region ein, aber wir zögern nicht, die Würde und Souveränität unserer Nation zu verteidigen“, erklärte Peseschkian im Onlinedienst X. Die Vermittlungen „sollten sich an diejenigen richten, die das iranische Volk unterschätzt und diesen Konflikt ausgelöst haben“.

Fast eine Woche nach Beginn der Kampfhandlungen griff der Iran am Freitag erneut verschiedene Ziele in der Golfregion an. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten US-Radarsysteme in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und Katar zerstört.

Weitere Angriffe auf Libanon

Die israelische Armee hat unterdessen auch ihre Angriffswelle auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut mit neuen Bombardierungen fortgesetzt. Die israelischen Streitkräfte flögen „Angriffe auf Infrastrukturen der Hisbollah“ im Vorort Dahijeh, erklärte die Armee am Freitag. Am Vortag hatte Israel die Bewohner Beiruts dazu aufgerufen, alle südlichen Vororte zu verlassen, und die Armee hatte mit Angriffen auf südliche Vororte der Stadt begonnen.

Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam warnte angesichts der Angriffswelle vor einer drohenden „humanitären Katastrophe“. Unter den Bewohnern Beiruts war am Donnerstag Panik ausgebrochen, nachdem Israel zur Evakuierung aufgerufen hatte. Zahlreiche Menschen flohen aus der Stadt. „Die humanitären und politischen Folgen dieser Vertreibung könnten beispiellos sein“, fügte Salam hinzu.

Die UNO verlangte eine Untersuchung der israelischen Angriffe auf den Libanon, um festzustellen, ob sie internationalem Recht entsprechen. „Die zerstörerische Auswirkung dieses erneuten Konflikts ist schon zu sehen, Zivilisten zahlen einen schmerzhaft hohen Preis“, erklärte die Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros in Genf, Ravina Shamdasani. Sie verlangte daher „schnelle und gründliche Ermittlungen“ zu dem israelischen Vorgehen. (AFP)

USA wohl hinter Angriff auf Schule mit über 150 Toten

Die USA sind laut einem Medienbericht wahrscheinlich für den Angriff auf eine Schule im Iran mit womöglich mehr als 150 Toten verantwortlich. Die New York Times berichtete am Freitag, dies habe eine Auswertung von Satellitenbildern, Videos und Veröffentlichungen in Online-Medien ergeben. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk drängte auf eine rasche Untersuchung.

Nach Angaben der New York Times wurde die Mädchenschule in Minab im Süden des Iran getroffen, während die US-Streitkräfte Ende Februar einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden angriffen. Der iranische Präsident Masud Peseschkian hatte die USA und Israel beschuldigt, die Grundschule mit Raketen angegriffen zu haben. Teheran spricht von einem „Kriegsverbrechen“.

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hatte die Frage nach einer US-Verantwortung am Mittwoch unbeantwortet gelassen. Auf die Frage, ob US-Streitkräfte an dem Angriff beteiligt gewesen seien, sagte sie: „Nicht, dass wir wüssten.“

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sprach in Genf von einem „absolut tragischen Vorfall“. Er äußerte die Hoffnung auf eine zügige, transparente Aufarbeitung. US-Außenminister Marco Rubio hatte am Montag zu Journalisten gesagt, die USA würden nicht „absichtlich“ eine Schule angreifen. Nach seinen Worten untersucht das Pentagon den Vorfall.

Der Iran gibt die Zahl der Toten mit mehr als 150 an. Nach Angaben staatlicher Medien gab es am Dienstag Trauerfeiern für mindestens 165 Menschen. Darunter seien zahlreiche getötete Schülerinnen gewesen, hieß es. (AFP)

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