Iran-Krieg

Trump droht Huthis im Jemen mit „Bestrafung“ nach Tankerangriff

Im Iran-Krieg zeichnet sich eine Ausweitung auf den Jemen ab: US-Präsident Donald Trump drohte der mit Teheran verbündeten Huthi-Miliz am Donnerstag mit einer „bedeutenden militärischen Bestrafung“, nachdem die Miliz nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer attackiert hatte.

Aufnahme vom Deck eines US-Flugzeugträgers, von dem aus Angriffe auf den Iran geflogen werden. Möglicherweise wird bald auch der Jemen Ziel von US-Angriffen.

Aufnahme vom Deck eines US-Flugzeugträgers, von dem aus Angriffe auf den Iran geflogen werden. Möglicherweise wird bald auch der Jemen Ziel von US-Angriffen. Foto US Central Command (Centcom)/AFP

Trump schrieb auf seiner Onlineplattform Truth Social, er sei „sehr enttäuscht“ über die Huthi-Miliz. Sollte sie erneut Öltanker angreifen, würden sie und auch der Iran militärisch bestraft.

Die Huthi-Miliz hatte zuvor „eine gezielte militärische Operation“ gegen zwei saudi-arabische Öltanker bekannt gegeben, die eine am Montag verkündete Seeblockade gegen saudi-arabische Häfen verletzt hätten. Die Schiffe „Encelia“ und „Layla“ seien mit Raketen und Drohnen attackiert worden.

Die staatliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA meldete, dass die „Encelia“ während der Fahrt im Roten Meer angegriffen worden sei, „was zu einem Brand am Bug des Schiffes führte“. Auch die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) berichtete, dass auf einem Öltanker im Roten Meer ein Brand ausgelöst worden sei.

Mit der von der Huthi-Miliz verkündeten Seeblockade gegen saudi-arabische Häfen droht sich die Meerenge von Bab-al-Mandab im Roten Meer nach der vom Iran blockierten Straße von Hormus zu einem weiteren Krisenpunkt für Frachtschiffe zu entwickeln – und einer neuen Front im Iran-Krieg. Der Ölexport Saudi-Arabiens – des größten Rohölexporteurs der Welt – ist bereits durch die Blockade der Straße von Hormus durch Teheran stark eingeschränkt.

Allerdings ermöglichte es der saudi-arabische Hafen Janbu am Roten Meer dem Land bisher, Öl zu exportieren, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen. Dies wäre bei einer Seeblockade durch die Huthi-Miliz nicht mehr möglich.

Ölpreis wieder bei 100-Dollar-Marke

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten zudem, drei Öltanker seien an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert worden. Die Sperrung der Meerenge durch Teheran bei Kriegsbeginn im Februar hatte die Ölpreise weltweit explodieren lassen. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung dank einer Annäherung zwischen Washington und Teheran zogen sie zuletzt wieder deutlich an. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent erreichte am Donnerstag erneut die symbolisch wichtige Marke von 100 Dollar (rund 88 Euro).

Die US-Armee startete in der Nacht zum Donnerstag neue Angriffe. Ziel sei militärische Infrastruktur, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi verurteilte das „irrationale, überzogene und herrische“ Vorgehen der USA. Auf dieses habe der Iran mit „starken Reaktionen“ geantwortet, sagte der Außenminister im Staatsfernsehen. Ein Sprecher der iranischen Armee sagte laut dem Staatsfernsehen, die Vergeltungsangriffe würden „so lange weitergehen, wie die Angriffe der USA auf die Infrastruktur und die Küstengebiete des Landes weitergehen“.

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