Atomkraft
Tihange 3 und Doel 4: Greenpeace stellt sich gegen Laufzeitverlängerung der belgischen Reaktoren
Belgien will die Laufzeit von zwei Atomreaktoren um zehn weitere Jahre verlängern. Greenpeace hat eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben, um die möglichen Auswirkungen dieser Entscheidung zu analysieren. Ein Entschluss mit großen potenziellen Risiken und weitreichenden Folgen.
Die Reaktoren Tihange 3 (Bild) und Doel 4 wurden 1985 in Betrieb genommen Foto: dpa/Oliver Berg
Die Atomenergie hat zwar große Vorteile, birgt aber gleichzeitig auch immense Gefahren in sich, wie unter anderem die Kernschmelze in Tschernobyl 1986 verdeutlichte. Eigentlich hatte Belgien den Atomausstieg schon für 2025 geplant. An dessen Umsetzung hapert es allerdings noch gewaltig. Wie Belgien am 20. März 2023 bekannt gab, soll die Laufzeit der Reaktoren Tihange 3 bei Lüttich und Namur und Doel 4 bei Antwerpen sogar um zehn weitere Jahre verlängert werden. Diese Ankündigung stößt bei Belgiens Nachbarländern allerdings auf wenig Gefallen. Eine rund 400-seitige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die vom belgischen Energieministerium in Auftrag gegeben wurde, vermittelt allerdings den Eindruck, dass die Sorge der Nachbarländer unberechtigt und alles nur halb so schlimm sei.