Indonesien

Tierschützer wollen letztes Borneo-Nashorn einfangen und künstlich befruchten

Die Hoffnung einer ganzen Art ruht auf einem einzigen Tier: In Indonesien soll das letzte wild lebende Borneo-Nashorn eingefangen werden. Durch künstliche Befruchtung wollen Forscher verhindern, dass die seltene Unterart endgültig verschwindet.

Borneo-Nashornweibchen Pahu im Kelian-Nashornschutzgebiet Indonesien, bedrohte Nashornart im Naturschutzgebiet

Borneo-Nashornweibchen Pahu lebt bereits im Kelian-Nashornschutzgebiet in Indonesien Foto: AFP Photo/Borneo Rhino Alliance/Zainal Zahari Zainuddin

Indonesische Tierschützer wollen das letzte noch in freier Wildbahn lebende Borneo-Nashorn einfangen, um die Art durch künstliche Befruchtung vor dem Aussterben zu retten. Dem Weibchen Pari, das im indonesischen Teil der Insel Borneo lebt, sollen Eizellen entnommen werden, die dann mit Spermien eines ebenfalls vom Aussterben bedrohten Sumatra-Nashorns befruchtet werden sollen, wie der Leiter der Naturschutzbehörde in der Provinz Ost-Kalimantan, Ari Wibawanto, am Freitag sagte.

Nur noch zwei Borneo-Nashörner bekannt

Das Borneo-Nashorn ist eine Unterart des Sumatra-Nashorns, das einst in weiten Teilen Südostasiens verbreitet war, dessen Bestand aber ebenfalls auf einige Dutzend Exemplare geschrumpft ist. Fachleute hoffen, dass die Tiere nah genug verwandt für eine Kreuzung sind – und so zumindest ein Teil der Erbanlagen des Borneo-Nashorns erhalten werden kann.

Außer Pari gibt es nur noch ein einziges Borneo-Nashorn: das Weibchen Pahu, das im Kelian-Nashornschutzgebiet in Indonesien lebt. Tierschützer haben bereits versucht, Pahu Eizellen zu entnehmen – vergeblich. Pahu sei schon etwa 40 Jahre alt und habe zudem verschiedene gesundheitliche Probleme, erklärte Behördenleiter Ari. Die letzte Hoffnung ruht nun auf Pari, die auf Aufnahmen von Kamerafallen jünger aussieht als Pahu.

Einfangen birgt erhebliche Risiken

Ein Nashorn einzufangen, ist aber kein einfaches Unterfangen: Im vergangenen Jahr war ein Java-Nashorn kurz nach einer Umsiedlung verendet, offenbar aufgrund bereits bestehender Erkrankungen. Im Jahr 2016 starb ein eingefangenes Sumatra-Nashorn an den Folgen einer Verletzung, die es sich zuvor in einer Falle von Wilderern zugezogen hatte.

Auf Borneo bereitet sich Aris Team daher schon seit Monaten darauf vor, Pari so schonend wie möglich einzufangen und umzusiedeln: Die Tierschützer hoben Fallgruben aus, die sie bereits mit Rindern testeten. Auch die restlichen Abläufe wurden geübt, „damit das Tier nicht unter Stress gerät“, wie Ari sagte. Nach dem Einfangen soll Pari in eine Einrichtung gebracht werden, wo sie vor der Eizellentnahme erst einmal beobachtet wird. Wenn die künstliche Befruchtung im Labor gelingt, soll das Nashorn-Baby wahrscheinlich von einem Leihmuttertier ausgetragen werden.

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