Entwaldungsverordnung
Teufelspakt: EVP einig mit Rechtsextremen
Die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR), Teil des European Green Deal, soll verwässert werden. Die Christdemokraten im EU-Parlament wollen sie möglichst abschwächen und stimmen mit den Rechtsextremen. Doch was steckt hinter der neuen Verordnung zum Schutz der Wälder?
Schneise der Zerstörung: am Transamazonian Highway in Humaitá, Brasilien Foto: Michael Dantas/AFP
Jean-Louis Zeien ist merklich empört, als er über die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) zu sprechen kommt. Der Präsident von Fairtrade Lëtzebuerg und Co-Koordinator der „Initiative pour un devoir de vigilance“ weiß, dass das, was Ende vergangener Woche im EU-Parlament beschlossen wurde, ein Rückschritt im Kampf gegen die Naturzerstörung ist. Die EUDR wurde nicht nur um ein Jahr verschoben, sondern riskiert in ihrer jetzigen Form auch noch verwässert zu werden. Mit ihr sollte eigentlich verhindert werden, dass ökologisch wertvolle Wälder gerodet und – etwa in Afrika, Asien und Lateinamerika – in Kakaoplantagen, Sojafelder und Rinderweiden umgewandelt werden. Die Europäische Union ist mit derlei Praktiken mit 16 Prozent der mit dem internationalen Handel verbundenen globalen Entwaldung nach China und vor den USA und Indien der größte Waldzerstörer weltweit. Das wollte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und eine Mehrheit eines insgesamt progressiveren vorherigen EU-Parlaments ändern.