Deutschland
Syriens Präsident al-Scharaa besucht Kanzler Merz in Berlin
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin mit warmen Worten. Doch hinter der Annäherung steckt ein heikles Ziel: Die Bundesregierung will mehr syrische Geflüchtete in ihr Heimatland zurückführen. Merz hat sogar eine konkrete Zahl vor Augen.
Der deutsche Kanzler Friedrich Merz (l.) begrüßt Syriens Präsident Ahmed al-Scharaa vor dem Kanzleramt in Berlin Foto: John MacDougall/AFP
Für seinen Gast aus Damaskus findet der Kanzler an diesem Montagnachmittag warme Worte. Man habe ein „gutes erstes Gespräch“ geführt, aus dem eine „sehr gute Zusammenarbeit“ werden könne. Das sagt Friedrich Merz nach seinem Treffen mit Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin. Und auch al-Scharaa schlägt freundliche Töne an: Er empfinde Dankbarkeit, dass Deutschland während des Bürgerkriegs mehr als eine Million Syrer aufgenommen habe. Nun sei sein Ziel, Sicherheit für alle Syrer zu ermöglichen und Terrorismus zu bekämpfen – Botschaften, die der Kanzler gerne hören dürfte. „Thank you“, sagt Merz zu seinem Gast am Ende der Pressekonferenz und klopft ihm leicht auf die Schulter.
Dabei stößt der Besuch des syrischen Machthabers auch auf viel Kritik. Einige sprechen bereits vom umstrittensten Staatsbesuch des Jahres. Doch die deutsche Regierung hat ein Interesse an Gesprächen mit dem Übergangspräsidenten: Denn bei dem Treffen geht es nicht zuletzt um Rückführungen syrischer Geflüchteter in ihr Heimatland.