Nahost
Syriens Außenminister: Damaskus strebt keine militärische Einmischung im Libanon an
Die USA wollen, dass Syrien die Hisbollah bekämpft. Der syrische Außenminister erteilt den Plänen eine Absage.
Syriens Außenminister Asaad al-Schaibani (l.) beim Treffen mit dem libanesischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri Foto: AFP
Syrien strebt nach Angaben der Führung in Beirut keinerlei militärische Einmischung im Libanon an. Damaskus habe trotz diesbezüglichen Drucks seitens der USA „keine Absicht, einen solchen Schritt vorzunehmen“, erklärte Libanons Präsidialamt am Donnerstag unter Berufung auf Syriens Außenminister Asaad al-Schaibani.
Al-Schaibani hält sich derzeit zu einem Besuch im Libanon auf. Er äußerte sich den Angaben zufolge bei einem Treffen mit dem libanesischen Staatschef Joseph Aoun. Erstmals traf er auch mit Parlamentspräsident Nabih Berri zusammen, einem engen Verbündeten der proiranischen Hisbollah-Miliz.
Trump will Syrien als Proxy
US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt vorgeschlagen, dass Syrien die Bekämpfung der vom Iran finanzierten Hisbollah im Libanon übernehmen könnte. Syriens Staatschef Ahmed al-Scharaa erklärte jedoch, er habe nicht die Absicht, militärisch im Libanon zu intervenieren – und damit alte Wunden wieder aufzureißen.
Die syrische Armee war 1976 als Teil arabischer Streitkräfte in den Libanon einmarschiert, um den ein Jahr zuvor entflammten Bürgerkrieg dort zu beenden. Stattdessen blieben syrische Truppen jedoch bis zu ihrem Abzug im Jahr 2005 in dem Nachbarland präsent, wo prosyrische Gruppierungen wie die Hisbollah-Miliz fortan sämtliche Bereiche des politischen und militärischen Lebens beherrschten.
Die vom Iran finanzierte Miliz zählte zu den wichtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Der im Dezember 2024 gestürzte Assad spielte lange Zeit eine strategische Rolle für den Iran, insbesondere bei ungehinderten Waffenlieferungen an die Hisbollah.
Außenminister al-Schaibani sagte dem libanesischen Präsidenten, er wolle „die durch Berichte über eine mögliche syrische Militärintervention im Libanon entstandenen Unklarheiten beseitigen“. Zudem übermittelte al-Schaibani an Aoun eine Einladung seines Präsidenten zu einem Besuch in Syrien – ein solcher Besuch wäre ein Novum. Al-Schaibani hatte den Libanon bereits im Oktober besucht – als erster Vertreter der neuen islamistischen Übergangsregierung nach dem Sturz Assads.