Russland
Soldatenmütter wissen nicht, wo ihre Söhne stecken und bitten selbst Fotografen um Hilfe
Russland verkauft seinen Krieg gegen die Ukraine, den es beschönigend als „Militäroperation“ bezeichnet, als unblutig und steril. Soldatenmütter wissen derweil nicht, wo ihre Söhne stecken und bitten selbst Fotografen um Hilfe.
„Aber wenn er fällt?“: Ein toter russischer Soldat liegt nahe der ukrainischen Stadt Charkow im Schnee Foto: AFP/Sergej Bobok
Drei Wochen, drei elendlange Wochen. Darja Nikolajewa klingt unruhig. „Ich weiß einfach nicht, wo mein Sohn derzeit steckt. Wohl in der Ukraine. Verrichtet dort seinen Job.“ Der letzte Anruf von ihrem Jegor sei aus Belarus gekommen, seitdem: Stille. Die 43-Jährige aus einer Industriestadt am Ural wähnt ihren Sohn im „Kampf“. So nennt sie den Krieg, den ihr Land gegen die Ukraine führt. Manchmal greift sie auch auf die euphemistische Bezeichnung „Militäroperation“ zurück, unter der der Kreml seinen Angriff auf das Nachbarland ausführt. „Ich mache mir Sorgen um Jegor. Ich weine.“