Kommunalwahlen in Frankreich
So haben Luxemburgs Nachbargemeinden gewählt
Der rechtspopulistische Rassemblement national (RN) kann nach den französischen Kommunalwahlen seine Präsenz in der Großregion deutlich ausbauen und gewinnt drei neue Bürgermeister hinzu. Doch der ganz große Erfolg bleibt aus.
RN-Fraktionschefin Marine Le Pen war Ende Januar zu Gast in Saint-Avold, um die Kandidaten ihrer Partei zu unterstützen Foto: AFP
„Paris wird niemals eine Stadt der Rechtsextremen sein“, verkündet Wahlsieger Emmanuel Grégoire noch am Sonntagabend. Der Kandidat der linken Liste hatte sich bei der Bürgermeisterwahl mit zehn Prozentpunkten Vorsprung vor Rachida Dati, früher konservative Kulturministerin und Kandidatin der Rechten, durchgesetzt. Mit Grégoire siegt ein Sozialist bei den Kommunalwahlen in Paris, in Marseille setzt sich der amtierende linke Bürgermeister Benoît Payan gegen seinen rechtspopulistischen Konkurrenten Franck Allisio vom Rassemblement national (RN) durch.
Der große Symbolsieg für den RN in Hinblick auf die Präsidentschaftswahl 2027, ein Erfolg in Frankreichs zweitgrößter Stadt Marseille, ist also ausgeblieben. Dennoch hat der RN bei dieser Kommunalwahl beeindruckende Ergebnisse eingefahren – vor allem im ländlichen Raum abseits der Großstädte. So auch in Luxemburgs unmittelbarer Nachbarschaft in den Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle.
RN-Siege in Amnéville und Saint-Avold
In Amnéville, Saint-Avold und Val de Briey siegte der RN. In Amnéville setzte sich Grégoire Laloux deutlich mit 61 zu 39 Prozent gegen seine Konkurrentin Danielle Calcari-Jean durch, obwohl dort ein Mitte-Bündnis drei Listen zusammengelegt hatte, um in der Stichwahl gegen den RN zu bestehen. Auch in Saint-Avold wurde der RN-Kandidat Hervé Simon mit mehr als 43 Prozent der Stimmen gewählt, beinahe doppelt so viel wie der amtierende Bürgermeister. In Val de Briey setzte sich der RN mit Christophe Roos durch.
Kontinuität gibt es in den größeren Städten. In Metz, Thionville und Nancy wurden die jeweiligen Amtsinhaber bestätigt. François Grosdidier (unabhängiger Kandidat) holte mit knapp 50 Prozent deutlich mehr Stimmen als der RN-Kandidat Étienne Anstett (17,8). Auch der amtierende sozialistische Bürgermeister von Nancy, Mathieu Klein, gewann die Wahl mit etwa der Hälfte aller Stimmen. In Thionville wurde Pierre Cuny, Kopf des Mitte-Bündnisses Horizons, mit 20 Prozentpunkten Vorsprung wiedergewählt. Bemerkenswert ist in diesem Kontext jedoch die historisch niedrige Wahlbeteiligung. In Metz und Thionville fanden am vergangenen Sonntag nicht einmal 44 Prozent der Wahlberechtigten den Weg zur Urne, in Nancy waren es immerhin noch 53 Prozent.
Auch ein RN-Bürgermeister konnte sein Amt verteidigen: Fabien Engelmann siegte sehr deutlich mit drei Vierteln aller Stimmen in seiner Gemeinde Hayange, wo der RN schon seit zwölf Jahren den Bürgermeister stellt. Die Rechtspopulisten können mit dieser Wahl ihre Präsenz in der Großregion deutlich ausbauen. Das von der Partei anvisierte Ziel, Grand Est in eine neue Hochburg zu verwandeln, hat der RN jedoch verfehlt. Sowohl in Creutzwald als auch in Forbach und Sarreguemines musste sich die Partei von Marine Le Pen den Konservativen geschlagen geben.