EU-Parlament
Showdown in Brüssel: Kommissar-Anwärter als „Geiseln“
Einen Kommissar-Anwärter nach dem anderen unterzieht das Europaparlament einem minutiösen Eignungstest. Den Großkonflikt hat sich die Regie für das Finale aufgehoben. Und tatsächlich knallt es um den italienischen Rechtspopulisten Raffaele Fitto gewaltig – werden im Gegenzug auch liberale und sozialdemokratische Kandidaten in Frage gestellt?
Mit dem italienischen Postfaschisten Raffaele Fitto haben viele EU-Parlamentarier vor allem politische Schwierigkeiten: Sie wollen keinen Rechtspopulisten als Stellvertreter in der EU-Kommission Foto: Nicolas Tucat/AFP
Eigentlich könnte es für den 55-jährigen Italiener ein Heimspiel sein. Als er vor fünf Jahren in diesem Alcide-de-Gasperi-Saal des Europaparlaments in Brüssel gesessen habe, sei er einer von ihnen gewesen, sagt Raffaele Fitto den ihn kritisch taxierenden Abgeordneten gegenüber. Inzwischen sei er als Regionalpräsident Mitglied im Ausschuss der Regionen der EU gewesen, als italienischer Minister Mitglied im Ministerrat der EU. Und nun soll er die Mittelverteilung für die Angleichung der Lebensverhältnisse in den Regionen als neuer EU-Kommissar in die Hand nehmen. Soll sagen: Seht her, es passt bei mir alles zusammen. Doch vielen im Saal passt es ganz und gar nicht, dass Fitto als Mitglied der postfaschistischen italienischen Regierungspartei nominiert wurde. Und noch viel weniger: dass er auf einem der zentralen Vizepräsidentenposten der Kommission besonderen Einfluss auf die Gestaltung der EU bekommen soll.