Spanien
Separatistenchef Puigdemont taucht in Barcelona auf – und entgeht Verhaftung
Carles Puigdemont war schon immer für Überraschungen gut. Am Donnerstag fügte der katalanische Separatistenführer ein weiteres Kapitel zu seinem Ruf hinzu, ein Meister des Versteckspiels zu sein.
Carles Puigdemont umgeben von seinen Anhängern, unerreichbar für die Polizei Foto: AFP/Manaure Quintero
Der in Spanien seit Jahren mit Haftbefehl gesuchte Unabhängigkeitspolitiker tauchte am Morgen in der katalanischen Hauptstadt Barcelona auf, hielt vor Tausenden Anhängern und unter den Augen der Polizei eine flammende Rede – und verschwand dann plötzlich wieder in der Menge. „Ich sehe Carles Puigdemont nicht mehr“, sagte der Reporter des spanischen Fernsehens TVE verwundert. Dort, wo gerade noch der legendäre Separatisten-Cchef gestanden hatte, verdeckten nun gelb-rote Fahnen der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung die Sicht. Seine Anhänger hielten zudem Dutzende von Papptafeln in die Höhe, auf denen Porträtfotos ihres Idols prangten. Der frühere Katalonien-Präsident nutzte die unübersichtliche Lage, um erneut unterzutauchen.