Militärhilfe

Selenskyj erhält von Belgien 30 F-16-Kampfjets

Bei einem Besuch in Belgien hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Militärhilfezusagen im Umfang von fast einer Milliarde Euro erhalten.

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj und Belgiens Premierminister Alexander De Croo unterzeichneten gestern ein bilaterales Sicherheitsabkommen

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj und Belgiens Premierminister Alexander De Croo unterzeichneten gestern ein bilaterales Sicherheitsabkommen Foto: Kenzo Tribouillard/Pool/AFP

Nach dem am Dienstag in Brüssel unterzeichneten Sicherheitsabkommen will Belgien bis 2028 insgesamt 30 F-16-Kampfjets an Kiew liefern. Selenskyj warb bei seinem Besuch zudem für den Schweizer Friedensgipfel Mitte Juni und drängte US-Präsident Joe Biden zur Teilnahme.

Selenskyj unterzeichnete das bilaterale Sicherheitsabkommen mit dem belgischen Regierungschef Alexander De Croo. „Das Dokument enthält mindestens 977 Millionen Euro an belgischer Militärhilfe für die Ukraine in diesem Jahr sowie die Zusage Belgiens, unser Land während der zehnjährigen Laufzeit des Abkommens zu unterstützen“, schrieb Selenskyj im Onlinedienst X.

Die ersten F16-Kampfjets sollen „soweit möglich bis Ende 2024“ an die Ukraine gehen, wie es in dem Abkommen heißt. Belgien erwartet im Gegenzug moderne F-35-Kampfjets aus den USA, die Lieferung hat sich allerdings verzögert. Daneben sind für Kiew unter anderem gepanzerte Fahrzeuge und Munition sowie Hilfen bei der Minenräumung und der Soldatenausbildung vorgesehen.

Belgien gehört einer Koalition um die Niederlande und Dänemark an, die der Ukraine die F-16-Jets in Aussicht gestellt haben. Ukrainische Piloten werden bereits für den Einsatz trainiert. Am belgischen Militärflughafen Melsbroek bei Brüssel traf Selenskyj Ausbilder.

Putin wolle Scheitern des Friedensgipfels

Bei einer Pressekonferenz rief der ukrainische Präsident zudem zu einer möglichst großen Teilnahme an dem Friedensgipfel in der Schweiz am 15. und 16. Juni auf. Sollte etwa US-Präsident Biden nicht zu dem Treffen nahe Luzern kommen, käme das einem „Applaus für Putin“ gleich, sagte er. Bislang hat Washington Bidens Teilnahme nicht bestätigt.

Russland ist zu dem Gipfel nicht eingeladen. Selenskyj warf Kreml-Chef Wladimir Putin vor, das Treffen mit 160 eingeladenen Delegationen „zum Scheitern“ bringen zu wollen. In Moskau nannte es Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dagegen „absurd“, ohne Russland über die Konfliktlösung zu sprechen.

Selenskyj wurde im Anschluss in Portugal erwartet. Am Montag hatte er bereits Spanien besucht und dort ebenfalls Militärhilfezusagen in Höhe von einer Milliarde Euro erhalten. (AFP)

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