Parteitag in Edinburgh
Schottische Nationalisten zerkriegen sich über ihre Haltung zu Israel und Gaza
Wenn Angus Robertson nicht gerade über die Verfassung nachdenkt oder Kulturschaffende als wichtigen Wirtschaftsfaktor preist, empfängt der schottische Minister gern Ausländer. Das hat mit dem dritten Teil seines Ressorts zu tun: Der 54-Jährige zeichnet in der Edinburgher Regionalregierung der nach Unabhängigkeit strebenden Nationalistenpartei SNP nicht nur für die Verfassung und die Kultur, sondern auch für „externe Angelegenheiten“ verantwortlich.
Der Erste Minister und SNP-Vorsitzende John Swinney steht vor einer zerstrittenen Partei Foto: AFP
Auf X lässt sich nachvollziehen, mit wem der 54-Jährige gerade wieder das Vergnügen hatte. Mal ist es die neue US-Generalkonsulin in Edinburgh, mal kommt die argentinische Botschafterin aus London angereist. Neulich war der österreichische Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher zu Gast bei Robertson – insofern eine besondere Freude, als der Sohn einer Deutschen und eines Schotten lange Jahre in Wien gelebt hat. Beglückt promovierte die Londoner Botschaft der Alpenrepublik den Gastgeber zum „Außenminister“ seiner Region, die konstitutionell eher mit Niederösterreich oder Baden-Württemberg vergleichbar ist.