Caritas-Millionenbetrug

Scheinfirmen und Geldwäsche: Ermittler verhaften 41-jährige Frau in Rom

Im Caritas-Millionenbetrug ist in Italien eine weitere Person festgenommen worden. Die 41-jährige Verdächtige soll eine Schlüsselrolle in einer internationalen Geldwäscheorganisation gespielt haben.

41-jährige Frau in Rom verhaftet wegen Caritas Millionenbetrugs, Symbolbild für Finanzkriminalität in Italien

Eine 41-jährige Frau ist in Rom wegen ihrer Rolle im Millionenbetrug bei der Caritas verhaftet worden Foto: Editpress/Julien Garroy

Im Fall der veruntreuten Millionen bei der Caritas haben die Behörden eine weitere Person festgenommen. Eine 41-Jährige wurde in diesem Zusammenhang in Italien verhaftet. Wie mehrere italienische Medien am Freitag berichteten, soll die Verdächtige eine zentrale Rolle in einer internationalen Geldwäscheorganisation gespielt haben. Sie wurde im Zuge einer gemeinsamen Aktion luxemburgischer und italienischer Behörden in einer Wohnung in Rom aufgespürt und festgenommen. Laut dem „Corriere della Sera“ soll sie kurz davor gestanden haben, nach Dubai zu fliehen, nachdem sie sich zuvor einige Zeit in der Hauptstadt aufgehalten hatte.

Der Millionenbetrug bei der Luxemburger Caritas erschütterte im Jahr 2024 den sozialen Sektor des Landes. Von den Konten der gemeinnützigen Organisation waren über mehrere Hundert Überweisungen insgesamt 61 Millionen Euro verschwunden. Zahlreiche Mitarbeitende konnten nicht mehr bezahlt werden und bangten um ihren Arbeitsplatz. Unterdessen stellte die Verdächtige laut „Repubblica“ auf den sozialen Medien „ein Leben im Luxus“ zur Schau.

Scheinfirmen in mehreren Ländern

Nur wenige Tage vor ihrer Verhaftung war in Luxemburg ein Europäischer Haftbefehl gegen die Frau erlassen worden – wegen Urkundenfälschung, Betrugs, Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche. Nach Angaben des „Corriere della Sera“ bestand ihre Aufgabe innerhalb der Organisation darin, Scheinfirmen und deren Bankkonten in Italien, Österreich, Schweden und Portugal zu gründen. Dorthin seien die von der Caritas gestohlenen Gelder verschwunden. Zudem habe sie den Ermittlern zufolge Buchhaltungsunterlagen von drei am Betrug beteiligten Unternehmen gefälscht, um die Millionenerlöse zu waschen.

Nach ihrer Festnahme in Rom brachten die Behörden die Verdächtige in das Gefängnis Rebibbia. Dort wartet sie derzeit auf die weiteren Verfahren.

Internationale Ermittlungen

Ende Januar 2025 hatte die Luxemburger Staatsanwaltschaft zum ersten Mal Festnahmen im Ausland gemeldet: Acht Verdächtige wurden damals bei einer „konzertierten Aktion“ mit den Polizeidiensten in Bulgarien, Frankreich und Großbritannien festgenommen. Eine weitere Festnahme folgte wenig später. Im Dezember 2025 wurden drei weitere Verdächtige im Ausland verhaftet und nach Luxemburg gebracht. Erste Urteile gab es im vergangenen Juli: Zwei Männer aus Bulgarien wurden zu 18 Monaten Haft verurteilt – davon 15 auf Bewährung. Außerdem erhielten sie eine Geldstrafe von 3.000 Euro. (les)

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren