Geschichte

Russlandfeldzug endete im Debakel: Vor 85 Jahren griff Hitler im Osten an

Von den etwa 3,9 Millionen getöteten Soldaten der Wehrmacht liegt die überwiegende Mehrheit in Russland begraben. Zudem sollten über drei Millionen gefangene sowjetische Soldaten nicht überleben. Diese schreckliche Katastrophe war das Resultat eines wahnsinnigen Mannes, der den Kommunismus, die Juden und die meisten Völker Osteuropas auslöschen wollte.

Russland, Stalingrad: Die undatierte Aufnahme zeigt Infanteristen, aufgenommen bei den Straßenkämpfen um Stalingrad

Russland, Stalingrad: Die undatierte Aufnahme zeigt Infanteristen, aufgenommen bei den Straßenkämpfen um Stalingrad Foto: -/dpa +++ dpa-Bildfunk

Mit der am 22. Juni 1941 gestarteten „Operation Barbarossa“ nahm Hitler den Kampf gegen die Rote Armee in der Sowjetunion auf. Systematisch wurden die 66 russischen Luftstützpunkte bombardiert. Sowohl finnische, rumänische, italienische als auch slowakische Divisionen standen ihm bei seinem Feldzug zur Seite. Ferner erhielt die Wehrmacht Unterstützung durch die Krimtataren. Leider mussten auch junge Luxemburger in der verhassten deutschen Uniform im Osten kämpfen. Da der seit fast 20 Jahren als Diktator amtierende Stalin die Ermordung vieler seiner Offiziere angeordnet hatte, standen der Roten Armee zu Beginn der deutschen Invasion nur wenige erfahrene Offiziere zur Seite. Während des Zweiten Weltkrieges amtierte er – am 4. Mai 1941 ebenfalls zum Regierungschef ernannt – als der einzige Richter im Lande. Der Stalinismus mit seinen politischen, militärischen und psychologischen Konsequenzen beeinflusste wesentlich den Krieg im Osten. Zudem unterschätzte der grausame russische Herrscher die bevorstehende deutsche Angriffswelle. Er lehnte es ab, seine Truppen an der Grenze in Bereitschaft zu setzen. Nur wenige Stunden vor der Attacke konnte noch auf Basis des nazi-sowjetischen Pakts strategisches Material problemlos von Osten nach Westen transportiert werden.

Die deutsche Invasion fand in diesem Land größtenteils Unterstützung und die lokale Bevölkerung begrüßte die deutschen Panzer mit Blumen! Ein Umstand, den Putin heute gerne nutzt, um seinen völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 zu rechtfertigen.

Schneller Vormarsch

Die brutal agierenden deutschen Truppen wurden in drei verschiedene Armeegruppen aufgeteilt. In den von Generalfeldmarschall Erich von Manstein geleiteten Gegenangriffen in Charkow spielte ebenfalls die SS (Schutzstaffel) eine wesentliche Rolle. Zum Kriegsende bestand diese nur zur Hälfte aus Deutschen. Im August 1941 sah es noch nach einem schnellen Sieg der Wehrmacht aus und die baltischen Staaten sowie Belarus fielen rasch der deutschen Invasion zum Opfer. Auch die Ukraine mit ihrer Hauptstadt Kiew musste kapitulieren. Charkow und die ganze Region Donbass wurden überrannt. Innerhalb von 48 Stunden erschossen SS-Leute nicht weniger als 33.771 Juden. Die deutsche Invasion fand in diesem Land größtenteils Unterstützung und die lokale Bevölkerung begrüßte die deutschen Panzer mit Blumen! Ein Umstand, den Putin heute gerne nutzt, um seinen völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 zu rechtfertigen. Ab 1944 bildeten sich Guerillabewegungen, die sich für die Unabhängigkeit des Landes einsetzten. Bevor Odessa im April 1944 befreit wurde, besetzten übrigens rumänische Truppen die Stadt.

Anfang September 1941 forderte Hitler maximale Anstrengungen zur Eroberung Moskaus. Daraufhin brach in der Stadt Panik aus. Am 21. Juli 1942 war Moskau denn auch einem regelrechten Bombenhagel ausgesetzt. Während der großen Kesselschlachten im Jahr 1941 gerieten etwa 3,6 Millionen sowjetische Soldaten in Gefangenschaft. Die am 2. Oktober gestartete „Operation Taifun“ führte zu zwei weiteren Kesselschlachten. In der Zwischenzeit verwandelte der Herbstregen die Straßen in klebrige Moraste. Als zusätzlicher Nachteil schälte sich für die Wehrmacht ihre weitgehend veraltete Infanteriedivision heraus. Auch stellten sich zusehends Engpässe bei der Ölversorgung ein. Das gekaperte sowjetische Öl konnte übrigens nicht für deutsches Material verwendet werden. Zudem machte die eisige Kälte den deutschen Panzern schwer zu schaffen. Ende November gewährte Feldmarschall von Rundstedt der 1. SS-Division Leibstandarte SS Adolf Hitler (LSSAH) sogar den Rückzug von Rostow. Als Folge reichte er Hitler seinen Rücktritt ein.

Am 1. August 1942 hissten Mitglieder der 1. Deutschen Gebirgsdivision die deutsche Flagge auf dem 5.633 Meter hohen Elbrus im Kaukasus. Die Blockade von Leningrad dauerte bis 1944 und kostete über eine Million Menschen das Leben. Legendär ist zudem die von den Sowjets gewonnene Schlacht von Kursk im Juli 1943.

Horror in Stalingrad

Anfang 1942 hatten die Deutschen bereits eine Million Männer verloren. Die Luftwaffe verstärkte in diesem Jahr ihre Einsätze im Osten und Sewastopol wurde drei Wochen lang massiv bombardiert. Die Sowjets wollten Stalingrad, das für die grausamste Schlacht des Zweiten Weltkriegs steht und zum Grab der 6. deutschen Armee wurde, allerdings nicht aufgeben. Das aufkommende schlechte Wetter kam ihnen zugute. Schlussendlich brach die deutsche Verteidigung entlang des Flusses Don am 31. Dezember zusammen. Zehn Tage später lehnte Generalfeldmarschall Friedrich Wilhelm Ernst Paulus noch eine Aufgabe ab. In der Zwischenzeit eroberten die Sowjets im Westen die Flugfelder, über die die Luftwaffe für Nachschub nach Stalingrad sorgte. 1943 war die Hälfte der 6.000 deutschen Flugzeuge an der sowjetischen Front im Einsatz. Zwar konnte die Luftwaffe während der Belagerung von Stalingrad noch 34.000 verletzte Soldaten ausfliegen, doch erwartete Zehntausende in der Stadt ein erbärmlicher Tod. Schließlich kapitulierte Paulus am 30. Januar. Nur 6.000 Mann der 6. Armee konnten lebend nach Hause zurückkehren. Hitler erkannte, dass Stalingrad das Fundament seines Regimes bedrohen könnte.

Die Rote Armee war ebenfalls auf die Unterstützung von Frauen angewiesen. Nicht weniger als zwei Millionen Frauen traten der sowjetischen Wehr bei.

Um für die Kampagne von 1942 bestens vorbereitet zu sein, unternahm die sowjetische Industrie große Anstrengungen. So wurde der Verlust von 20.000 Panzern durch den Neubau von 24.000 dieser Kampffahrzeuge ausgeglichen. Die deutschen Rüstungsunternehmen konnten ihrerseits nur die in Russland zerstörten Panzer ersetzen. In der Regel hatten Panzer zwischen dem Verlassen der Fabrik und ihrer Vernichtung nur eine Lebensdauer von etwa sechs Monaten – und oft ebenfalls ihre Mannschaften. Die Überlegenheit der sowjetischen Armee zeigte sich in ihrer höheren Anzahl an Panzern, Flugzeugen und Artillerie. Mit wachsendem territorialem Wiedergewinn mussten alle verfügbaren Männer als Ersatz an der Front dienen. Zudem töteten Partisanen Tausende deutsche Soldaten. Die Rote Armee war ebenfalls auf die Unterstützung von Frauen angewiesen. Nicht weniger als zwei Millionen Frauen traten der sowjetischen Wehr bei.

„Operation Bagration“

Sowohl Großbritannien als auch die USA leisteten den Sowjets militärische Hilfe – eine in unseren Tagen undenkbare Situation. Dass es ihnen gelang, den Widerstand der Wehrmacht zu brechen, ist vor allem dem Einsatz amerikanischer Lastkraftwagen zu verdanken, versorgten diese doch die sowjetischen Truppen mit Öl und Munition. Allerdings unterstützten ebenfalls über eine Million Russen die Wehrmacht.

Mit Beginn der „Operation Bagration“ am 22. Juni 1944 zerstörten die Sowjets das Herzstück der deutschen Armee. Zwischenzeitlich marschierte die Rote Armee durch Polen in Richtung Warschau, das systematisch bombardiert wurde. Nach dem Seitenwechsel Italiens und dem Rückzug der spanischen Azul-Division kündigte sich die deutsche Niederlage an. Sowohl Bulgarien, Rumänien als auch Finnland kooperierten nun mit den Sowjets. Ein letztes deutsches Aufbäumen im Zweiten Weltkrieg fand am 6. März 1945 am Plattensee in Ungarn statt. Während britische und amerikanische Truppen 120 Kilometer vor Berlin standen, war die sowjetische Armee bereits bis zu 60 Kilometer zur deutschen Hauptstadt vorgedrungen. Für die Sowjets bot sich Berlin als Revancheakt an. Im April gab die Wehrmacht schließlich auf. Zehn Tage nach seinem 56. Geburtstag nahm sich Hitler am 30. April 1945 das Leben. Der Krieg gegen die UdSSR führte zum Niedergang seines Regimes. Ähnlich wie Napoleon 1812 musste auch Hitler an der Ostfront kapitulieren. Der Zweite Weltkrieg nahm schlussendlich am 8. Mai 1945 in Europa ein Ende.

Bibliografie: Winchester Charles, Ostfront, Osprey Publishing, Oxford, 2000.

2 Kommentare
Robert Hottua 26.07.202617:48 Uhr

Herr GRAAS, die Politik dieses wahnsinnigen Mannes wurde ab 1933 vom unfehlbaren päpstlichen "Luxemburger Wort" begrüßt & bejaht. Vielleicht war meine katholische luxemburgische Mutter auch eine euphorische, wahnsinnige "Barbarossapilgerin". Mental waren meine Eltern auf jeden Fall mit den Zielen des wahnsinnigen Katholiken von jenseits der Mosel einverstanden. Herr GRAAS, es ist Ihre Pflicht, dieses Kapitel der europäischen Geschichte in die Geschichtsbücher zu hieven. MfG, Robert Hottua

Fraulein Smilla 26.07.202617:27 Uhr

Bei Anfang des 2ten Weltkriegs , waren Deutsche und Russen noch Waffenbrueder , wo in Folge des Hitler Stalin Pakts sich die beiden Raubtiere die polnische Beute bruederlich teilten . Als die ersten englischen Bomben auf Berlin fielen , war Molotow gerade dort auf Staatsbesuch .

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