Ukraine-Krieg
Russland und der ukrainische Vorstoß in Kursk: „Wir wollten doch die Ukrainer befreien, warum besetzen sie nun uns?“
Der Krieg hat längst russisches Territorium erreicht. Präsident Wladimir Putin spielt den ukrainischen Vorstoß in der Region Kursk allerdings herunter. Auch die meisten Russinnen und Russen reagieren mit Gleichmut auf das Desaster auf eigenem Territorium.
An der ukrainisch-russischen Grenze sind nur Fahrzeuge aus der Ukraine unterwegs Foto: AFP/Roman Pilipey
Der Mann mit den gegelten Haaren legt den Arm um seine Tanzpartnerin, und los geht’s im Takt der Musik. Cha-Cha-Cha, Mazurka, Walzer. Die Brise der Newa weht den Tanzenden ins Gesicht, die Touristen schlendern an ihnen vorbei, die einen fotografieren, die anderen tanzen gleich mit. Hier, an der Strelka in Sankt Petersburg, dem Touristenmagnet an der Ostspitze der Wassili-Insel, herrscht Leichtigkeit. Kursk? „Nein, warum sollte ich mir Sorgen machen?“ Krieg im eigenen Land? „Weit weg.“ Und überhaupt: „Ich bin in den Ferien.“ Die entspannt wirkenden Flaneure von Petersburg scheuchen die schlechten Nachrichten beiseite, sie haben sich an den Krieg längst gewöhnt, egal, wie sie im Einzelnen darüber denken. In der Region Kursk ertönen derweil die Sirenen, Raketen schlagen ein.