Analyse

Russland hat im März in der Ukraine keine Geländegewinne erzielt

Russland hat an der Front in der Ukraine laut einer Datenauswertung im März das erste Mal seit zweieinhalb Jahren keine Geländegewinne erzielt.

Ukrainische Fallschirmjäger in Tarnuniform bei militärischem Manöver im Wald

Ukrainische Fallschirmjäger im Manöver Foto: Roman Pilipey/AFP

Wie am Donnerstag aus einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP von Daten des US-Institute for the Study of War (ISW) hervorging, gelang es ukrainischen Soldaten im vergangenen Monat, neun Quadratkilometer zurückzuerobern, während die russischen Kräfte entlang der gesamten Front an Tempo verloren.

Der Vormarsch der russischen Armee verlangsamte sich laut der Analyse seit Ende 2025 wegen Gegenoffensiven im Südosten der Ukraine: Die Armee erlangte den Daten zufolge im Januar Zugewinne von 319 Quadratkilometern und im Februar von 123 Quadratkilometern; dies waren die geringsten Geländegewinne seit April 2024.

Das ISW verwies zur Begründung der Entwicklungen auch auf Maßnahmen gegen die Nutzung von Geräten des Satellitennetzes Starlink durch russische Truppen in der Ukraine und „die Bemühungen des Kremls, den Zugang zu Telegram einzuschränken“. Der Messenger-Dienst ist auch bei russischen Soldaten beliebt.

Verluste an der Südfront

Wie schon im Februar verlor Russland den Daten zufolge im südlichen Frontbereich zwischen den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk an Boden. Ende Januar hatte die Armee dort noch mehr als 400 Quadratkilometer kontrolliert. Dieses Gebiet schrumpfte im Februar auf 200 Quadratkilometer und im März auf 144 Quadratkilometer. In der weiter nördlich gelegenen Region Donezk dagegen war die Lage für die ukrainische Armee zuletzt laut der Analyse vergleichsweise schwierig.

Insgesamt eroberte die russische Armee im vergangenen Jahr in der Ukraine mehr Gebiete als in den vorangegangenen 24 Monaten. In den ersten drei Monaten dieses Jahres waren die russischen Zugewinne den Daten zufolge jedoch nur halb so groß wie im Vorjahreszeitraum.

Vier Jahre nach Beginn der russischen Ukraine-Invasion kontrolliert Moskau knapp ein Fünftel des Gebiets der Ukraine. Der Großteil davon wurde in den ersten Wochen des Kriegs erobert.

Die Angaben der Analyse berücksichtigen keine Vorstöße einzelner russischer Soldaten jenseits der Front und auch keine Geländeeroberungen, die die russische Seite verkündet, die vom ISW jedoch weder bestätigt noch dementiert wurden. Das ISW erarbeitete die Auswertung zusammen mit dem Critical Threats Project, einem weiteren US-Thinktank mit Schwerpunkt auf Konflikten. (AFP)

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