Laut Selenskyj

Russische Angriffe zeigen unveränderte Haltung des Kreml zum Krieg

Russland hat nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seine Haltung im Krieg auch nach einem neuen diplomatischen Vorstoß nicht geändert.

Die ukrainischen Feuerwehrleute sind mit den russischen Angriffen im Dauereinsatz

Die ukrainischen Feuerwehrleute sind mit den russischen Angriffen im Dauereinsatz Foto: Vladislav Musienko/AFP

Kurz nach einer neuen Gesprächsrunde zwischen dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Kremlchef Wladimir Putin in St. Petersburg habe Russland „einen gezielten Angriff gestartet“, erklärte Selenskyj am Donnerstag. „Das bedeutet, dass es keine wirkliche Änderung in seiner Haltung gegenüber all dem, was geschieht, gegeben hat.“ Ukrainische Behörden meldeten vier Tote durch russische Angriffe.

Selenskyj erklärte im Onlinedienst Telegram, Russland habe ein Dutzend ukrainische Regionen in der Nacht angegriffen. Seit Mittwochabend habe Russland drei Wellen ballistischer Raketen auf Kiew abgefeuert, erklärte Selenskyj und sprach dabei von „russischen ‚Menschenfreunden‘“. Witkoff hatte Putin nach der Freilassung des US-Bürgers Stephen Hubbard als einen „Menschenfreund“ bezeichnet.

Dutzende Menschen seien verletzt worden, unter den Verletzten seien Kinder, erklärte Selenskyj. Er forderte die Verbündeten auf, „echten Druck“ auf Moskau aufrechtzuerhalten und mehr Luftabwehrausrüstung zu liefern. Moskau sei durch die Lockerung der US-Sanktionen ermutigt und nutze „die Verzögerungen bei den Lieferungen von Luftabwehrsystemen durch unsere Partner eindeutig aus“, betonte der Präsident mit Blick auf Washington.

Moskau will Krieg bis zu einem Abkommen

Die Attacken folgten auf Gespräche zwischen Witkoff und Putin, nach denen US-Präsident Donald Trump sich zuversichtlich über ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs äußerte.

Witkoff hatte sich am Mittwoch in St. Petersburg mit Putin getroffen, nachdem er tags zuvor in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zusammengekommen war. Nach eigenen Angaben überbrachte er Putin „Ideen“ für ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Kriegs.

Moskau zeigte sich anschließend zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Washington und Kiew bereit. Die von Witkoff übermittelten Vorschläge der Europäer und der Ukraine für eine Friedenslösung bewertete der Kreml aber kritisch. Selenskyj selbst hatte ein Einfrieren der Frontlinie als einen möglichen ersten Schritt für eine Waffenruhe bezeichnet. Moskau schließt dies bislang aus und fordert vor einem Ende der Kampfhandlungen ein Abkommen.

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