Frankreich
Rotierende Wolkenzelle nahe Luxemburg: Bilder deuten laut Experte Philippe Ernzer auf Tornado hin
Bilder eines möglichen Tornados nahe Boulay-Moselle sorgen derzeit für Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Wetterexperte Philippe Ernzer beschreibt deutliche Anzeichen.
Unweit von Luxemburg wurde am Mittwoch ein möglicher Tornado gesichtet Symbolfoto: Marius Bulling/dpa
In den sozialen Medien kursieren derzeit zahlreiche Bilder eines vermeintlichen Tornados unweit der luxemburgischen Grenze. Die als stark rotierend beschriebene Wolkenzelle wurde am Mittwoch gegen 15 Uhr in der Nähe von Boulay-Moselle in Frankreich gesichtet. Offiziell ist das Wetterphänomen noch nicht bestätigt. Nach Einschätzung des Wetterexperten Philippe Ernzer spricht jedoch vieles dafür, dass es sich tatsächlich um einen Tornado handelte.
Ein Tornado liegt meteorologisch dann vor, wenn der Trichter nicht ganz „auskondesiert“ ist, erklärt Ernzer auf Nachfrage des Tageblatt. Oft gehe der Trichter bis weit herab, doch der Rest des Wegs werde durch einen unsichtbaren Luftschlauch ergänzt. Eine eindeutige visuelle Bestätigung habe man dann, wenn sichtbare Objekte wie Blätter, Äste oder Staub direkt unter dem Trichter aufgewirbelt werden. Das sei nach Auswertung der Bilder sehr wahrscheinlich der Fall gewesen. Die Aufnahmen zeigten „eindeutig, dass der Trichter extrem tief am Boden war“, so der Experte. Der deutlich sichtbare Fuß habe die typische Form entwickelt und auch die Struktur der Wolken habe gepasst.
Entstanden ist die Windhose laut Ernzer spontan. Die Bedingungen seien so günstig gewesen, dass das Phänomen „wie aus dem Nichts“ auftauchen konnte. Experten in Frankreich analysieren den Vorfall derzeit weiter – unter anderem mit Drohnenflügen, um mögliche Spuren zu dokumentieren. Eine definitive Bestätigung liege erst nach den Untersuchungen vor.