Italien
Postfaschistin Giorgia Meloni könnte nächste Regierungschefin werden
Nach dem Rücktritt Mario Draghis und der Auflösung des Parlaments sieht sich Italien mit einem politischen Vakuum konfrontiert. Die Bewegung 5 Sterne und die Demokratische Partei werden kaum die erforderliche Wählerschaft mobilisieren können, um erneut eine Regierung zu bilden. Die rechten Parteien Fratelli d’Italia, Lega und Forza Italia wollen die Lücke ausfüllen. Mit Giorgia Meloni könnte nach Mussolini erstmals wieder eine Politikerin der extremen Rechten Regierungschefin werden.
Giorgia Meloni, Parteichefin von Fratelli d’Italia, spricht bei einer Veranstaltung ihrer Partei Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Während sich in Italien die Parteien der Linken und der bürgerlichen Mitte noch über den Rücktritt von Premier Mario Draghi und den aktuellen Zusammenbruch der Koalitionsregierung die Augen reiben, hat sich die Rechte bereits konsolidiert. Am vergangenen Mittwoch haben die Spitzen der drei Mitte-rechts-Parteien Fratelli d’Italia (FdI), Lega und Forza Italia (FI) getagt, um über die Konturen einer möglichen Regierung nach den Wahlen am 25. September zu beraten. Obwohl Lega-Chef Matteo Salvini und der ewige FI-Vorsitzende Silvio Berlusconi sich am liebsten selbst auf dem Chefsessel im Palazzo Chigi sähen, mussten sie sich dem Willen der sowohl agilen als auch resoluten Chefin der postfaschistischen FdI, Giorgia Meloni, beugen. Der Kompromiss lautet, Regierungschef(in) wird, wer nach den Wahlen eine Stimme mehr auf sich vereinigen konnte.