Analyse
Politik-Experten zu harscher Rhetorik wegen Pelosi-Besuch in Taiwan
Chinas wütende Reaktion auf den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan offenbart Experten zufolge eine tiefe Unsicherheit gegenüber einem wahrgenommenen Wandel in Washingtons Taiwan-Politik. Wie Politikanalysten erklären, dient die harsche Rhetorik zudem der Ablenkung von der wirtschaftlichen Lage in China.
Vor dem US-Konsulat in Hongkong protestierten gestern Pro-Peking-Demonstranten gegen den Besuch der US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan Foto: AFP/Peter Parks
Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses Pelosi war am Dienstag nach Taipeh gereist, am Mittwoch flog sie wieder ab. Die Demokratin ist die ranghöchste US-Politikerin seit 25 Jahren, die der Insel einen Besuch abstattet, die von Peking als abtrünnige Provinz angesehen wird. Ihre Reise wurde von Drohgebärden begleitet: China kündigte als Antwort auf Pelosis Besuch erneut „gezielte militärische Aktionen“ in Gewässern rings um Taiwan an. Bei den angedrohten Aktionen soll unter anderem scharfe Munition von großer Reichweite in der Taiwanstraße – der Meerenge zwischen Taiwan und Festland-China – abgefeuert werden. Zuvor hatte Präsident Xi Jinping seinem US-Kollegen Joe Biden in einem Telefonat erklärt, dass die Vereinigten Staaten in Bezug auf Taiwan nicht „mit dem Feuer spielen“ sollten.