„Hybride Kriegsführung“

Polen stuft Brand in Starlink-Station als „Sabotage“ ein

Ein Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist nach Angaben der polnischen Regierung durch „Sabotage“ ausgelöst worden und möglicherweise Teil der „hybriden Kriegsführung“ Russlands.

Die Antenne des Satelliten-Internetanbieters Starlink ist auf einem Zug in Kiew zu sehen. Das ukrainische Militär ist auf das Satellitensystem für seine Kommunikation auf dem Schlachtfeld angewiesen.

Die Antenne des Satelliten-Internetanbieters Starlink ist auf einem Zug in Kiew zu sehen. Das ukrainische Militär ist auf das Satellitensystem für seine Kommunikation auf dem Schlachtfeld angewiesen. Foto: Christoph Soeder/dpa-ENR-Pool/dpa

Durch das Feuer sei „der Internet-Zugang für verschiedene Institutionen gestört worden, einschließlich der ukrainischen Armee“, sagte der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski am Donnerstag dem Sender TVP Info. Vergangene Woche hatte Regierungschef Donald Tusk vor Moskaus hybrider Kriegsführung gegen Unterstützer der Ukraine gewarnt.

Der Brand war am Mittwochabend in der Anlage in Zentralpolen ausgebrochen, die Station war demnach weiter einsatzfähig. „Diese Sabotage war absichtlich so konzipiert, um die Station außer Betrieb zu setzen“, sagte Gawkowski und fügte mit Blick auf Russland hinzu: „Es gibt viele Hinweise darauf, dass wir es mit einem Teil der nächsten Phase der hybriden Kriegsführung zu tun haben.“ Die Ermittlungen zur Ursache des Brands dauerten an, betonte er. Vieles deutet aber auf einen Angriff im Rahmen „der neuen russischen Angriffsdoktrin“ hin.

Die Station im Besitz des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Exatel wird laut dem Minister unter anderem dazu genutzt, Internetdatenverkehr durch Polen und auch in die Ukraine zu leiten. Außerdem wird sie von den SpaceX-Systemen genutzt, die über Starlink-Terminals eine Internetverbindung bereitstellen.

Starlink wird vom Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Tech-Multimilliardärs Elon Musk betrieben und spielt für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle. Auch die russische Armee hatte Starlink-Terminals etwa für Drohnenangriffe genutzt. SpaceX hatte jedoch im Februar Maßnahmen ergriffen, um die nicht autorisierte russische Nutzung zu unterbinden. Experten zufolge trugen die daraus entstandenen Kommunikationsprobleme zur Schwächung der russischen Armee an der Front bei.

Zunehmende Gefahr eines Angriffs

Das NATO- und EU-Mitglied Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 schon mehrfach „Sabotage“ vorgeworfen. Polen ist der wichtigste Umschlagplatz für westliche militärische und humanitäre Hilfe für die Ukraine. Das Land grenzt unter anderem an die russische Exklave Kaliningrad, das mit Russland verbündete Belarus und an die Ukraine.

Der dänische Geheimdienst erklärte derweil, er sehe eine zunehmende Gefahr eines russischen Angriffs auf einen östlichen NATO‑Staat – dennoch sei ein Einmarsch in einen Mitgliedstaat in den kommenden Monaten „höchst unwahrscheinlich“. „Es gibt ein geringes, aber wachsendes Risiko, dass Russland einen begrenzten militärischen Angriff gegen ein oder gegen mehrere NATO-Länder an der Grenze zu Russland ausführen wird“, sagte der Leiter des Auslands- und Militärnachrichtendienstes FE, Thomas Ahrenkiel, am Donnerstag. Es sei jedoch „höchst unwahrscheinlich“, dass Russland Interesse habe, in einen Mitgliedstaat des transatlantischen Verteidigungsbündnisses einzumarschieren, fügte er hinzu.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

KI außer Kontrolle

OpenAI-Agent dringt in australisches Gesundheitsportal ein