Revolution im katholischen Portugal

Parlament billigt aktive Sterbehilfe

Vor dem nationalen Parlament in Lissabon protestieren einige hundert Menschen. „Ja zum Leben, Nein zum Tod“, rufen sie. Einige halten Kruzifixe in der Hand. Andere sammeln Unterschriften für ein Referendum, um die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Portugal zu stoppen. Drinnen, im altehrwürdigen Parlamentspalast, billigt derweil eine breite Mehrheit der portugiesischen Abgeordneten, die aktive Hilfe zum Sterben gesetzlich zu erlauben.

Der portugiesische Premier António Costa sagte kurz vor der Abstimmung. „Sterbehilfe darf kein Verbrechen sein.“

Der portugiesische Premier António Costa sagte kurz vor der Abstimmung. „Sterbehilfe darf kein Verbrechen sein.“ Foto: AFP

127 Parlamentarier stimmen dafür, 86 dagegen, zehn enthalten sich. Der Gesetzesentwurf, über den demnächst nach einer Beratungsrunde noch definitiv abgestimmt werden muss, wird vor allem von den regierenden Sozialisten und dem Linksblock getragen. Überraschend votieren aber auch mehrere konservative Abgeordnete mit Ja, darunter Oppositionschef Rui Río.

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