Konfliktpotenzial im Vielvölkerstaat
Nordmazedonien versucht nach fast zwei Jahrzehnten wieder eine Volkszählung
Erstmals seit 2002 soll im Vielvölkerstaat Nordmazedonien wieder eine Volkszählung steigen. Doch Boykottaufrufe und ethnischer Streit überschatten die Vorbereitungen für den im April geplanten Zensus.
Regen und Masken in Skopje: Ob die Zählanstrengungen Früchte tragen, ist ungewiss Foto: AFP/Robert Atanasovski
Eindringlich ermahnt Nordmazedoniens Regierungschef Zoran Zaev seine Landsleute zur Erfüllung ihrer Bürgerpflicht. Die im April geplante Volkszählung sei eine „statistische Operation, die wir tun müssen, es ist unsere Pflicht“, so der Chef der sozialdemokratischen Regierungspartei SDSM. Seine Partei habe bereits 100.000 Unterschriften gegen den Zensus gesammelt, kündet hingegen Gjorgjija Sajkoski, der Generalsekretär der oppositionellen Rechtspartei VMRO-DPMNE einen Boykott an: „Die Bürger wollen keine politische Volkszählung.“