Österreich

Neue Sicherheitsdoktrin trägt Putin-Verbrechen spät Rechnung

Reichlich spät passt Österreich seine „Nationale Sicherheitsstrategie“ der seit Russlands Überfall auf die Ukraine vor zweieinhalb Jahren völlig neuen Bedrohungslage an. Nur die Neutralität steht nicht zur Debatte.

„Es ist widerlich, dass wir vom russischen Gas abhängig sind“, sagt der derzeitige österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP)

„Es ist widerlich, dass wir vom russischen Gas abhängig sind“, sagt der derzeitige österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) Foto: Heinz-Peter Bader/AP/dpa

Manche haben es noch immer nicht begriffen. Karin Kneissl warnte kürzlich in einer Videoschalte im UNO-Sicherheitsrat vor westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine. Schon vor sechs Jahren hatte die Diplomatin der Welt ihr besonderes Näheverhältnis zu Wladimir Putin demonstriert, als der Kreml-Chef extra zur Hochzeit der damaligen österreichischen Außenministerin in die Südsteiermark eingeflogen war. Nach einem Tänzchen bedankte sich die von der FPÖ in die Regierung geholte Braut bei Putin mit einem artigen Knicks, der zum Sinnbild für Österreichs russophile Politik wurde. Kneissls Kniefall hat Putin gefallen. Er holte die Ex-Ministerin nach Russland, ließ extra für sie an der Universität St. Petersburg das von ihr geleitete Gorki-Zentrum einrichten und bekommt als Gegenleistung im russischen Staatsfernsehen eine willfährige Kommentierung seiner Verbrechen durch eine Ex-Politikerin aus der EU.

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