Großbritannien

Nationalpopulist Nigel Farage erzwingt wegen Affäre eine Nachwahl

Wütend über anhaltend kritische Medienberichterstattung hat der Nationalpopulist Nigel Farage am Dienstagnachmittag seinen Rücktritt als Unterhaus-Abgeordneter verkündet. Bei der fälligen Nachwahl im ostenglischen Clacton-on-Sea werde er erneut als Kandidat seiner Reform UK zur Verfügung stehen, sagte der 62-Jährige in London. „Die Leute von Clacton sollten meine Richter sein, nicht die Medien.“

Nigel Farage vor dem britischen Parlament, das Untersuchungen gegen ihn eingeleitet hat, bereitet sich auf erneute Wahlteilnahme vor

Das britische Parlament hat Untersuchungen gegen Nigel Farage eingeleitet, der will sich nun erneut zur Wahl stellen Foto: Henry Nicholls/AFP

Die spektakuläre Ankündigung kam am Ende einer viertelstündigen Wutpredigt über die jüngste Berichterstattung. Dabei geht es um die Millionenspende eines Crypto-Unternehmers, die kostenlosen Dienstleistungen eines verurteilten Betrügers sowie um das zuletzt stark gewachsene Immobilien-Portfolio des gelernten City-Traders. Reform UK liegt in allen Umfragen bei Werten um 25 Prozent, während sich Labour unter dem scheidenden Premierminister Keir Starmer und die Konservativen unter der offiziellen Oppositionsführerin Kemi Badenoch mit je rund 20 Prozent den zweiten Platz streitig machen.

Düster deutete Farage an, hinter den Enthüllungen der Blätter Times und Sunday Times, die zum Medienimperium des US-australischen Unternehmers Rupert Murdoch gehören, stecke das „Establishment“ – Chiffre für die britischen Geheimdienste, die von der Labour-Regierung kontrolliert werden. Vor allem das Sonntagsblatt verfügt über eine in London konkurrenzlose Gruppe investigativer Journalistinnen, die regelmäßig Preise gewinnen.

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