Serbien
Nach der Trümmerkatastrophe von Novi Sad wächst der Unmut über Korruption und Vetternwirtschaft
Nach dem Tod von 14 Menschen bei dem Einsturz des Vordachs im neu renovierten Bahnhof von Novi Sad gerät Serbiens Regierung zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Es wächst der Unmut über Korruption, florierende Vetternwirtschaft und die gleichgeschaltete Justiz im gekaperten Parteienstaat.
Bereits vergangene Woche kam es in Novi Sad wegen des Unglücks zu Protesten Foto: Nenad Mihajlovic/AFP
Die von tonnenschweren Betonbrocken erschlagenen Toten bleiben in Serbien unvergessen. Nur die auf Tausende Schirme nieselnden Regentropfen und das Summen des Stromgenerators sind zu hören, während ein Sprecher auf der provisorischen Rednerbühne vor dem Regierungssitz in Belgrad langsam die Namen der vierzehn Todesopfer beim Einsturz des Vordachs im Bahnhof von Novi Sad verliest. Erst nach der Schweigeminute erschallen aus der Menge aufgebrachte „Mörder“-Rufe. „An euren Händen klebt Blut“, skandieren empörte Demonstranten.