USA
Nach den Kongresswahlen droht eine neue Schleife im Iran-Krieg
Präsident Donald Trump deutet Luftschläge gegen Iran an – Teheran will mit maximaler Eskalation antworten. Auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu schaltet sich ein.
Auf einer riesigen Plakatwand in Teheran verspricht das Mullah-Regime, den US-Präsidenten zu töten Foto: Atta Kenare/AFP
Zwischen Krieg und Frieden liegen bei US-Präsident Donald Trump manchmal weniger als 24 Stunden. Manchmal reicht auch ein Satz, in dem beide Szenarien auftauchen. Mit Blick auf den Konflikt mit Iran sagte Trump dem US-Sender Fox News am Montag, einen Tag vor den wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress: „Aber das ist nicht so, als würde gerade ein Krieg toben. Es tobt kein Krieg. Es könnte dazu kommen, wenn sie sich nicht einigen, aber sie wollen unbedingt eine Einigung erzielen, und die Chancen stehen sehr gut, dass wir eine Einigung erzielen.“
Am selben Tag wurde bekannt, dass das US-Militär fast zeitgleich zum Trump-Interview Ziele auf der iranischen Insel Qeschm in der Straße von Hormus bombardiert habe. Dabei seien Boden-Luft-Raketen ausgeschaltet worden, erklärte ein US-Regierungsvertreter. Der Einsatz soll Teil einer ganzen Reihe kleinerer, bislang geheim gehaltener amerikanischer Angriffe der vergangenen Wochen gewesen sein, berichtete das Wall Street Journal. Die Schatten-Operation hatte wohl taktische Gründe. Trump wollte im Wahlkampf die Wut vieler Amerikanerinnen und Amerikaner angesichts hoher Spritpreise nicht weiter anfachen.