Ungarn

Nach dem Machtwechsel werden einschneidende Veränderungen im Mediensektor erwartet

Erstmals seit eineinhalb Jahren ist Ungarns künftiger Premier Peter Magyar wieder von den ihn im Wahlkampf ignorierenden Staatssendern interviewt worden. Trotz der Chamäleon-Anstrengungen der Propagandasprachrohre der abgewählten Regierung dürften diese zunächst einmal vom Äther verschwinden.

Peter Magyar, zukünftiger ungarischer Regierungschef, spricht vor von Orbáns Fidesz kontrollierten Staatsmedien in Ungarn

Der künftige ungarische Regierungschef Peter Magyar findet jetzt auch wieder Gehör bei den von Orbans Fidesz-Partei kontrollierten ungarischen Staatsmedien Foto: Attila Kisbenedek/AFP

Harmonische Interviews sehen anders aus. Er sehe, dass „einige Leute in diesem Gebäude“ nach der Wahlschlappe von Fidesz versuchen würden, „als unabhängige Medien zu agieren“, begrüßte Ungarns künftiger Premier Peter Magyar bei seinem Gastspiel in den Studios des öffentlich-rechtlichen Kossuth-Radio und TV-Senders M1 am Mittwoch sichtlich angesäuert seine ihn im Wahlkampf noch konsequent ignorierenden Gastgeber – und gelobte die Einstellung des „Falschnachrichtendienstes“.

Erstmals nach eineinhalb Jahren hatten die bis zu den Wahlen am Sonntag stramm auf Fidesz-Linie segelnden Staatssender den Tisza-Chef zu Interviews in ihre Morgenprogramme geladen. Doch obwohl M1 zu Wochenbeginn die dreistündige Pressekonferenz von Wahlsieger Magyar live ausgestrahlt hatte und seit dieser Woche auch unabhängige Medienstimmen in der Presseschau zitiert, zeigt sich der Tisza-Chef von den Chamäleon-Anstrengungen der bisherigen Propagandasprachrohre von Noch-Premier Viktor Orban wenig beeindruckt.

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