Österreich
Nach Abgang von FPÖ-Chef Hofer ist der Weg frei für rechten Racheengel Kickl
Der Abgang von FPÖ-Chef Norbert Hofer markiert das Ende eines zeitweise erfolgreichen Täuschungsmanövers: Österreichs Rechtspopulisten werden nun mit Herbert Kickl nicht mehr auf nett, sondern auf Brachialopposition machen.
Norbert Hofer (l.) und Herbert Kickl bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt der FPÖ im September 2019 Foto: Joe Kalmar/AFP
Hofers Rücktrittserklärung war so überraschend wie konsequent: Nach tagelangem öffentlichem Hickhack mit dem blauen Fraktionschef Kickl um die Frage, wer im Fall einer vorgezogenen Neuwahl blauer Spitzenkandidat sein sollte, warf der Parteichef Dienstagabend das Handtuch. Er habe die Partei nach dem Ibiza-Skandal stabilisiert, „meine eigene Reise an der Spitze der FPÖ ist aber mit dem heutigen Tag zu Ende“, teilte Hofer mit und ließ keinen Zweifel daran, dass sein Abgang zwei Jahre nach dem Sturz seines Vorgängers Heinz-Christian Strache eine Folge des Dauerclinchs mit Ex-Innenminister Kickl ist: „Ich lasse mir nicht jeden Tag ausrichten, dass ich fehl am Platz bin.“