Ukraine-Krieg

Munition und Neutralität: Was die Schweizer (Doppel-)Moral für die NATO bedeutet

Stell Dir vor, es ist Krieg – und die Schweiz hält wegen ihrer Neutralität Schutz für die Angegriffenen zurück. Die Absage an Munitionsnachschub Deutschlands für die Ukraine hat europaweit Überlegungen zur Verlässlichkeit der Schweizer Waffenschmieden im Ernstfall ausgelöst.

Am 1. Oktober besichtigte die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (M.) mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow (2.v.r) den Getreidehafen von Odessa, wo der Flugabwehrpanzer „Gepard“ zum Einsatz kommt

Am 1. Oktober besichtigte die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (M.) mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow (2.v.r) den Getreidehafen von Odessa, wo der Flugabwehrpanzer „Gepard“ zum Einsatz kommt Foto: dpa/Jörg Blank

12.800 Patronen sind nicht kriegsentscheidend. Doch schon beim Schutz ukrainischer Getreideschiffe spielt die Flugabwehr im umkämpften Süden des Landes eine herausragende Rolle. Deutschland hat dafür ausgemusterte Gepard-Panzer geliefert. Sie sind mit einer 35-Millimeter-Zwillingskanone des Schweizer Rüstungskonzerns Oerlikon ausgestattet. Bewaffnung und Munition kommen somit aus der Schweiz. Doch obwohl die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht nach einer ersten Absage noch einmal dringend intervenierte, verweigert die Schweiz ihre Zustimmung zur Nachschublieferung in die Ukraine. Und das hat Bedeutung weit über die davon konkret betroffenen 12.800 Schuss hinaus.

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