Erweiterung
Montenegros EU-Beitritt rückt in greifbare Nähe
Montenegro hat alle anderen Beitrittskandidaten überholt und kann schon 2028 zum 28. Mitglied der EU werden. Demgegenüber muss die Ukraine weiter auf ein Beitrittsdatum warten; sie könnte sogar hinter Moldau zurückfallen. Dies geht aus dem neuen Erweiterungsbericht hervor, den die EU-Kommission am Mittwoch vorgelegt hat.
Die Beitrittsgespräche für Montenegro haben sich in den vergangenen Monaten beschleunigt Foto. Soeren Stache/dpa
Nach Angaben der Brüsseler Behörde haben sich die Beitrittsgespräche in den letzten Monaten deutlich beschleunigt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von „signifikanten Fortschritten“, die es erlauben würden, „das Erweiterungsversprechen in die Tat umzusetzen“. Konkret wird es aber nur für Montenegro.
Das kleine Land am Westbalkan dürfte noch in diesem Jahr die letzten der insgesamt 33 Verhandlungskapitel erfolgreich abschließen. Im Juni 2027 könnte dann der Beitrittsvertrag fertig sein, der danach von allen Mitgliedsländern ratifiziert werden muss. Montenegro wäre das erste neue EU-Mitglied seit der Aufnahme Kroatiens im Jahr 2013. Seitdem hat es keine weiteren Beitritte mehr gegeben, der Erweiterungsprozess kam zum Erliegen. Durch den Austritt Großbritanniens 2020 ist die Union zwischenzeitlich sogar geschrumpft; die Zahl der Mitgliedstaaten fiel auf 27 zurück. Doch nun geht von der Leyen wieder auf Expansionskurs – aus geopolitischen Gründen.