Iran-Krieg

Meerenge Bab-al-Mandab wird zum neuen Konfliktgebiet

Seit einigen Tagen ist von einer neuen Front im Iran-Krieg die Rede. Dies bezieht sich auf die von der jemenitischen Huthi-Miliz ausgerufene Blockade saudiarabischer Schiffe an der Meerenge Bab-al-Mandab.

Angehörige der jemenitischen Küstenwache

Angehörige der jemenitischen Küstenwache Foto: Khaled Ziad/AFP

Inzwischen attackierte die vom Iran unterstützte Miliz nach eigenen Angaben bereits zwei Mal saudiarabische Schiffe. Nach der Straße von Hormus könnte nun also auch diese Meerenge zu einem der großen Konfliktpunkte des Krieges werden.

Die Meerenge Bab-al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit über den Suezkanal das Mittelmeer mit dem Indischen Ozean. Der Name bedeutet „Tor der Tränen“ und geht auf die gefährlichen Strömungen und Untiefen in der Gegend zurück – mit Blick auf den derzeitigen Krieg klingt er aber durchaus aktuell.

Die an ihrer engsten Stelle nur knapp 30 Kilometer breite Wasserstraße trennt den asiatischen und den afrikanischen Kontinent. Anrainerstaaten sind Jemen, Dschibuti und Eritrea.

Strategische Bedeutung

Die Meerenge von Bab-el-Mandab zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. 2023 durchfuhren nach Angaben der Suezkanal-Behörde etwa 26.000 Schiffe die Wasserstraße. Im vergangenen Jahr waren es nach Angriffen der Huthis auf Schiffe nur noch knapp 13.000. 2023 verliefen etwa zwölf Prozent der weltweiten Öltransporte durch die Meerenge.

Seit der Blockade der Straße von Hormus wurde die Route über Bab-el-Mandab immer wichtiger. Im Frühjahr verdreifachten sich die saudiarabischen Exporte über diese Wasserstraße und erreichten fast vier Millionen Barrel am Tag.

Saudiarabische Ölfrachter brauchen bis nach China etwa 20 Tage, wenn sie durch die Meerenge von Bab-el-Mandab fahren. Die Alternativroute führt nach Norden durch den Suezkanal, das Mittelmeer, an Gibraltar vorbei und um den afrikanischen Kontinent herum – und dauert 50 Tage.

Druckmittel der Huthi-Rebellen

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben großen Einfluss auf den Schiffsverkehr durch die Meerenge von Bab-el-Mandab, weil sie mit relativ schlichten Mitteln wie Drohnen Frachter angreifen können.

Bereits während des Gaza-Kriegs griffen die Huthi-Rebellen dort Frachtschiffe an – unter anderem welche unter US-Flagge – und bezeichneten dies als Ausdruck der Solidarität mit den Palästinensern. Die USA und Großbritannien bombardierten daraufhin den Jemen. Die EU entsandte 2024 die Marinemission Eunavfor Aspides, um Schiffe vor Angriffen der Huthi-Miliz zu schützen. Daran beteiligt sich auch die Bundeswehr.

Anfang dieser Woche kündigten die Huthi dann eine Blockade saudiarabischer Schiffe an. Am Donnerstag meldeten sie Angriffe auf zwei Frachtschiffe. Hintergrund ist der jahrelange Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien. Zwar hatten sich beide Seiten 2022 auf eine Waffenruhe geeinigt, in diesem Monat kam es jedoch wieder zu heftigeren Gefechten.

Die Drohungen der Huthi-Rebellen richten sich explizit nur gegen saudiarabische Schiffe – führten aber bereits zu einem insgesamt deutlich reduzierten Schiffsverkehr in der Meerenge. (AFP)

Meerenge Bab-al-Mandab wird zum neuen Konfliktgebiet
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