Deutschland
Magdeburg könnte „internationaler Hotspot“ rechtsextremer Ideologieproduktion werden
Ulrich Siegmund und Martin Sellner waren beide beim Potsdamer Treffen 2023, wo es um „Remigration“ ging. Nach dem Wahlsieg der AfD könnte Sachsen-Anhalt zum Hotspot eines rechtsextremistischen Kulturkampfs werden. Sellner hat schon ein „Institut“ gegründet.
Die Rechtsextremen der AfD – hier der möglicherweise künftige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund (M.), sowie die beiden AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla – wollen unter dem Euphemismus „Remigration“ massiv Menschen aus Deutschland deportieren Foto: Tobias Schwarz/AFP
Noch hat Sachsen-Anhalt keine AfD‑Regierung. Doch könnte Magdeburg zum „internationalen Hotspot“ rechtsextremer Ideologieproduktion werden, warnte jüngst der Soziologe und Rechtsextremismusforscher Matthias Quent. Das Stichwort: „Kulturkampfführung“. Dazu gehört die Ansiedlung eines „Remigrationsinstituts“ durch den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner: Teil seines Kulturkampfs ist es, das Konzept der „Remigration“ zu normalisieren, hinter dem sich nach seiner Vorstellung die Abschiebung von Ausländern im großen Stil verbirgt.
Sellner hat das besagte „Institut“ bereits Ende August gegründet, wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Es ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stendal eingetragen, wobei eine Firmenadresse im sächsischen Chemnitz angegeben ist. Über die „Knotenpunkte in Wien und Sachsen-Anhalt“ will Sellner auf ganz Europa einwirken, wie er auf der Plattform X verkündete. Der langjährige Sprecher der „Identitären Bewegung“ Österreichs propagiert einen „Regime Change von rechts“ und verbreitet dabei rassistische Verschwörungserzählungen über einen angeblichen „Bevölkerungsaustausch“ zulasten eines „deutschen Staatsvolks“, den er mit „Remigration“ bekämpfen will. Sein Konzept nennt sich „Ethnopluralismus“ – eine Blut-und-Boden-Ideologie, die Menschen nach Hautfarbe und anderen ethnischen Merkmalen voneinander trennen will.