Welttag der humanitären Hilfe

Luxemburg hat 2026 bislang 42 Millionen Euro an Hilfsgeldern gezahlt

Weltweit werden die Budgets für humanitäre Hilfe zusammengestrichen, die tödlichen Angriffe auf Helfer und Akteure der Entwicklungshilfe haben ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht.

Zwei Ärzte der „Médecins sans frontières“ (MSF) empfangen eine Frau in einer Klinik in Gaza-Stadt

Zwei Ärzte der „Médecins sans frontières“ (MSF) empfangen eine Frau in einer Klinik in Gaza-Stadt Foto: AFP

Zum Welttag der humanitären Hilfe hat die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe eine Zwischenbilanz über Luxemburgs internationales Engagement im laufenden Jahr 2026 veröffentlicht. Seit Anfang des Jahres hat der Staat beinahe 42 Millionen Euro zur Unterstützung humanitärer Maßnahmen in insgesamt 37 Ländern bereitgestellt.

Diese Gelder flossen unter anderem in den Jemen, nach Myanmar, in den Südsudan oder nach Burkina Faso, mit ihnen wurden aber auch Hilfsaktionen in den großen Krisenherden im Sudan, im Gazastreifen oder in der Ukraine unterstützt. Im Libanon hat Luxemburg Hilfsgüter für Vertriebene bereitgestellt, darunter Notunterkünfte, Isomatten sowie Küchen-Sets. Das schwere Erdbeben in Venezuela im Juni löste einen der größten Einsätze in der Geschichte von Emergency.lu aus. Im Rahmen dieses Einsatzes wurden sieben luxemburgische Experten mobilisiert, darunter Spezialisten, die für die Wiederherstellung der Notfallkommunikation in den Katastrophengebieten zuständig waren. Außerdem wurden Zelte und Generatoren an die betroffene Bevölkerung geliefert.

Internationale Finanzierungskrise

Der Tag der humanitären Hilfe erinnert auch daran, wie wichtig es ist, humanitäre Akteure besser zu schützen. Er wurde 2008 ins Leben gerufen, um die Leistungen der Helfer zu würdigen – und erinnert an die Explosion einer Autobombe vor dem UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 2003. Dabei wurden der damalige Hochkommissar für Menschenrechte, Sergio Vieira de Mello, und 21 weitere UN-Mitarbeiter getötet. Heute haben die Angriffe auf humanitäre Helfer ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Nach Angaben des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurden seit Anfang 2026 weltweit 82 humanitäre Helfer getötet, 97 verletzt und 39 entführt.

Bedroht werden die Akteure vor Ort aber auch von einer internationalen Finanzierungskrise. In Nordamerika und Europa wurden die Budgets für humanitäre Hilfe in den vergangenen Jahren massiv zusammengestrichen. Luxemburg betont zum Welttag, sein Engagement für humanitäre Hilfe fortsetzen zu wollen. Bei den Nachbarn in Deutschland hingegen wurden die Mittel für humanitäre Hilfe von 3,14 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf wenig mehr als eine Milliarde Euro im Jahr 2026 heruntergekürzt.

Die Direktion fordert in ihrem Schreiben alle Konfliktparteien auf, ihren Verpflichtungen im Rahmen des humanitären Völkerrechts uneingeschränkt nachzukommen, einen sicheren, schnellen und ungehinderten humanitären Zugang zu gewährleisten und die Straflosigkeit bei Verstößen gegen Zivilisten und humanitäres Personal zu bekämpfen.

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