Corona
Lockdown-Chaos in Shanghai: „Ist das in Ordnung, wenn ich sterbe?“
Mit alten Waffen bekämpft China einen neuen Feind: Omikron BA.2. Ausgangssperren, Massentests und Quarantäne verlieren an Wirkung. Seit Wochen stecken viele Millionen in Shanghai in ihren Wohnungen fest. Die Versorgung klappt schlecht. Die Verzweiflung wächst.
Bewohner einer Wohnanlage unterziehen sich einem PCR-Test, während die Abriegelung aufgrund des Coronavirus in der chinesischen Stadt fortgesetzt wird Foto: -/kyodo/dpa
Herr Yu will zum Arzt, hat leichtes Fieber. „Ich habe nichts zu essen. Ich fühle mich schrecklich“, sagt der ältere Herr in einem dringlichen Telefonat mit seinem Nachbarschaftskomitee in Shanghai. Seit Wochen unterliegen die meisten der 26 Millionen Einwohner der Hafenmetropole einem harten und vielfach chaotischen Lockdown. Er habe auch keine Medikamente mehr, klagt Herr Yu. Sein Antrag, medizinisch behandelt oder zur Computertomographie gelassen zu werden, bleibe seit Tagen von höherer Stelle unbeantwortet. „Ist das in Ordnung für die, wenn ich sterbe?“