Italien

„La Piccolina“ wurde verhaftet

Eine Spezialeinheit der Carabinieri verhaftete am Samstag am römischen Flughafen Ciampino Maria Licciardi. Die als Patin der Camorra-Allianz von Secondigliano angesehene 70-Jährige war im Begriff, sich nach Spanien abzusetzen. „La Piccolina“ – wie die Mafiosa wegen ihrer geringen Körpergröße auch genannt wird – steht im Verdacht, Erpressung, Immobilienbetrug und Geldwäsche im großen Stil betrieben zu haben. Ihr wird ferner die Mitgliedschaft und Organisation mafioser Strukturen vorgeworfen.

Mafiabosse scheinen sich in Spanien wohlzufühlen: Bereits vergangene Woche wurde dort ein ’Ndrangheta-Boss festgenommen

Mafiabosse scheinen sich in Spanien wohlzufühlen: Bereits vergangene Woche wurde dort ein ’Ndrangheta-Boss festgenommen Foto: Policia Nacional/dpa

Die ältere Dame, begleitet von zwei Männern, die ihr Gepäck trugen, wirkte nicht überrascht, als sie sich beim Einchecken für ihren Flug nach Malaga von schwer bewaffneten Carabinieri der Spezialeinheit ROS umstellt sah. Maria Licciardi, Patin eines der gefährlichsten Clans des neapolitanischen Nordens, hatte sich „der Geschäfte wegen“ in Italien aufgehalten und wollte nun zu ihrer Tochter sowie in ihr Refugium im spanischen Malaga zurückkehren. Daraus dürfte vorerst nichts werden, denn die Liste der Beschuldigungen der Staatsanwaltschaft wiegt schwer und dürfte nach dem zu erwartenden Gerichtsprozess eine längere Haftstrafe nach sich ziehen. Neben dem Hauptanklagepunkt „Mitglied und Führungsposition in einer mafiosen Vereinigung“ werden der heute 70-Jährigen Erpressung, Hehlerei, Auktionsbetrug bei Immobiliengeschäften sowie die üblichen Vergehen Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen.

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