Balkan
Kroatiens serbische Minderheit bei Feier zum 25. Jahrestag der „Operation Sturm“ vertreten
Ob Freude über die Befreiung von der Besatzung oder Trauer über Vertreibung und Verbrechen: An der „Operation Sturm“ scheiden sich auch nach 25 Jahren in Kroatien und Serbien die Geister. Erstmals nimmt ein Politiker von Kroatiens serbischer Minderheit an der Gedenkfeier teil – und sorgt für Kontroversen.
Kroatiens stellvertretender Regierungschef Boris Milosevic (l.), hier mit Tourismus- und Sportministerin Nikolina Brnjac (r.), wird als serbischer Minderheitenpolitiker erstmals an der Gedenkfeier zu einer Militäroperation teilnehmen, bei der vor 25 Jahren Kroaten gegen Serben kämpften Foto: AFP/Damir Sencar
Leicht falle ihm die Entscheidung für die Teilnahme an der Gedenkfeier zum 25. Jahrestag der „Operation Sturm“ keineswegs, bekennt Kroatiens stellvertretender Regierungschef Boris Milosevic. Seine eigene Großmutter sei bei den Plünderungen nach der Militäroperation zur Rückeroberung der Krajina ermordet worden, berichtet der 45-jährige Politiker von Kroatiens serbischer Minderheitspartei SDSS. Doch er gehe nach Knin mit „offenem Herzen“: „Nach 25 Jahren müssen wir mit dem Hass und dem Krieg aufhören und die Gräben verlassen, in die wir eingegraben sind.“