Parlamentswahlen
Kosovos Wählerquittung für Dauerchaos: Sturkopf Kurti hat seine Mehrheit verzockt
Bei Kosovos dritter Parlamentswahl in 16 Monaten hat sich die VV von Premier Kurti zwar als stärkste Kraft behauptet, aber empfindliche Einbußen erlitten. Fraglich ist jedoch, ob der Wählerdenkzettel den starrköpfigen Solisten Kurti kooperativer agieren lässt – oder ob Kosovo noch tiefer in die Krise schlittert.
Albin Kurti, Vorsitzender der politischen Partei Vetevendosje, spricht zu seinen Anhängern nach den vorläufigen Ergebnissen der Parlamentswahlen in der kosovarischen Hauptstadt Pristina Visar Kryeziu/AP/dpa
Erfolgsverwöhnte Seriensieger finden immer einen Grund zum Feiern. Routiniert ließen die Anhänger der regierenden Vetevendosje (VV) nach Kosovos dritter Parlamentswahl in 16 Monaten in der Hauptstadt Pristina die Trommeln schlagen: Vermeintlich ausgelassen übten sich ihre Mitstreiter im vertrauten Ringelsiegestanz.
Bei allen fünf Parlamentswahlen der letzten sieben Jahre habe seine VV den Sieg eingefahren, verkündete Premier und Parteibugbild Albin Kurti seinen jubelnden Parteiclaqueuren: „Dieses Jahrzehnt – und ich glaube noch viel mehr – steht im Zeichen der Regierung von Vetevendosje. Es gibt keine Schwierigkeiten, die wir nicht überwunden haben.“