Belgien
Kinderpornografische Fotos in Zelle von belgischem Serienmörder Dutroux gefunden
Die Staatsanwaltschaft hatte die Zelle wegen eines Verdachtes auf ein Mobiltelefon durchsucht. Stattdessen fand sie 200 Fotos.
Archivbild des Verurteilten Foto: Editpress-Archiv
In der Zelle des verurteilten Kindermörders Marc Dutroux in Belgien sind kinderpornografische Bilder gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft der Region Wallonisch-Brabant teilte am Dienstag mit, dass sie bereits Ermittlungen aufgenommen habe. Dutroux sitzt seit fast 30 Jahren wegen der Vergewaltigung von sechs Mädchen und jungen Frauen und des Mordes an vier von ihnen in Isolationshaft.
Die Bilder waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits 2024 bei einer Durchsuchung seiner Zelle im Gefängnis der Stadt Nivelles gefunden worden. Anlass für die Durchsuchung waren demnach Hinweise, Dutroux besitze ein Mobiltelefon und habe darüber Zugriff auf kinderpornografisches Material.
Dutroux spricht von Mobbing
Ein Telefon wurde den Angaben zufolge nicht gefunden, dafür aber vier Briefumschläge mit ausgedruckten Bildern, einige davon von Kindern. Einem Bericht der belgischen Wochenzeitschrift Humo zufolge handelte es sich um rund 200 pornografische Bilder, die Hälfte davon zeigten demnach nackte Kinder.
Die Staatsanwaltschaft beantragte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr einen neuen Prozess gegen Dutroux. Der zuständige Richter habe aber noch zusätzliche Ermittlungen angeordnet.
Dutroux sprach seinem Anwalt Bruno Dayez gegenüber Humo zufolge von „Mobbing“ durch andere Häftlinge, die Bilder in seine Zelle geschmuggelt hätten. Der Anwalt wollte sich auf AFP-Anfrage nicht äußern.
Dayez war 2021 mit seinen Bemühungen gescheitert, eine Freilassung seines Mandanten nach 25 Jahren in Haft zu erreichen. Ein psychiatrisches Gutachten fiel negativ aus und attestierte Dutroux, dass weiterhin eine Gefahr bestehe, dass er erneut Gewalttaten begehe.
Der heute 69-Jährige war 1996 festgenommen und 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn schuldig, in den Jahren 1995 und 1996 insgesamt sechs Mädchen und junge Frauen entführt und vergewaltigt und zwei von ihnen ermordet zu haben. Zudem hielt er dem Urteil zufolge die beiden Achtjährigen Julie Lejeune und Mélissa Russo fast vier Monate lang in seinem Keller gefangen, vergewaltigte sie und ließ sie nach seiner Festnahme verhungern. Überdies wurde er wegen der Ermordung eines Komplizen schuldig gesprochen.
jhm/jes