Deutschland
Keiner will mit der AfD: In Thüringen zeichnet sich nur eine Option ab
Die AfD feiert sich als Wahlsieger und erhebt Anspruch auf die Staatskanzlei. Die zweitplatzierte CDU will dagegen an der rechtsextremen Partei vorbei eine Regierung bilden – und bekommt dabei vom bisherigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linken) unverhofft Rückendeckung. Nach der Landtagswahl in Thüringen zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab – und letztlich nur eine realistische Option.
Ein Wähler steckt den Stimmzettel in die Wahlurne in einem Wahllokal in der Erfurter Innenstadt Foto: dpa/Martin Schutt
Erstmals ist die AfD in Thüringen stärkste Partei in einem Landesparlament. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt der vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Landesverband auf 32,4 Prozent bis 33,2 Prozent. AfD-Landeschef Björn Höcke reklamierte umgehend den Auftrag zur Regierungsbildung für sich. „Wir sind bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen“, sagte er in der ARD und warnte sogar davor, seine Partei zu umgehen. Die von Mario Voigt geführte CDU erreicht mit 23,8 bis 23,9 Prozent den zweiten Platz, das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) landet aus dem Stand bei 15,6 Prozent.