London

„Keine Vision, ein Vakuum“: Gesundheitsminister Streeting verlässt britisches Kabinett

Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting ist mit brutaler Kritik an Premier Keir Starmer zurückgetreten. Die Labour-Regierung unter Starmer musste bei den Gemeindewahlen vergangene Woche herbe Verluste einstecken.

Britischer Gesundheitsminister Streeting bei Rücktritt nach scharfer Kritik an Premierminister Starmer

Der britische Gesundheitsminister Streeting ist mit scharfer Kritik an Premier Starmer zurückgetreten Foto: AFP

Wie sehr sich Großbritannien seit dem Brexit an die Nabelschau der Innenpolitik gewöhnt hat, verdeutlichte am Donnerstag – auf der Insel kein gesetzlicher Feiertag – die BBC aufs Schönste. „Die Welt um Eins“ heißt das einflussreiche Radio-Magazin, das jeden Werktag um 13 Uhr beginnt. Von der Welt – Donald Trumps Besuch in Peking, der russischen Drohnen-Attacke auf Kiew, die Blockade der Straße von Hormus – aber war diesmal nur kurz in den Nachrichten die Rede. Den Rest der 45 Minuten langen Sendung widmete die öffentlich-rechtliche Anstalt dem Rücktritt des Gesundheitsministers Wesley Streeting und den Folgen für die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer.

Streetings Schritt verlängert das Psychodrama, in dem sich die Sozialdemokraten seit ihrer verheerenden Niederlage bei den Kommunal- und Regionalwahlen vergangene Woche befinden. Der 43-Jährige gilt als hochehrgeizig und wird seit langem von Partei-Insidern und Medien als möglicher Nachfolger Starmers gehandelt. Kaum jemand im Kabinett, ganz gewiss nicht der Chef selbst, konnte in den vergangenen zwei Amtsjahren die Anliegen der Regierung so klar und deutlich öffentlich vertreten wie der mit einem Mann zusammenlebende Abgeordnete eines Nordost-Londoner Wahlkreises.

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